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26. Oktober 2026 · Ausgabe 10/26 Immer aktuell
Gründen

Mehr Gründungen 2025: Kleinerwerbsgründungen treiben den Anstieg

Die Zahl der Unternehmensgründungen in Deutschland ist 2025 deutlich gestiegen, doch der Zuwachs kommt vor allem von sehr kleinen Vorhaben.

Gewerbegebiet
Symbolbild: Gewerbegebiet Foto: Jochen Teufel, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Die Zahl der Unternehmensgründungen in Deutschland ist 2025 deutlich gestiegen, doch der Zuwachs kommt vor allem von sehr kleinen Vorhaben. Laut Kalkulationen des ZEW Mannheim sowie der Creditreform Wirtschaftsforschung, über die der Verband der Vereine Creditreform informiert, ergibt sich dieses Bild. Danach wurden bundesweit rund 183.000 Unternehmen neu gegründet. Damit legte die Zahl um 7,7 Prozent zu, was den kräftigsten Zuwachs innerhalb einer Dekade darstellt.

Creditreform-Sprecher Patrik-Ludwig Hantzsch führt die Entwicklung auf die Wirtschaftskrise zurück. Viele suchten ihr Heil in der Selbstständigkeit, oft als Solo-Unternehmer und zunächst im Nebenerwerb. Bei länger anhaltenden Krisen entstünden vermehrt Notgründungen, wenn Arbeitsplätze wegfallen und die Wirtschaft weniger Jobs schaffe. Solche Kleinerwerbsgründungen erreichten „meist keine nennenswerte wirtschaftliche Bedeutung und werden häufig nach kurzer Zeit wieder aufgegeben“. Besonders in Handel, Gastgewerbe und persönlichen Dienstleistungen, die zuletzt Personal abgebaut haben, nahmen Kleinstgründungen zu.

Größere Gründungen gehen zurück

Anders sieht es bei Kapitalgesellschaften und Unternehmen mit Beschäftigten aus, die ins Handelsregister eingetragen werden. Ihre Zahl sank um drei Prozent, und fast alle Wirtschaftsbereiche verzeichneten hier weniger Neugründungen. Im Baugewerbe und im Handel fiel der Rückgang mit jeweils neun Prozent aus, im sonstigen Verarbeitenden Gewerbe mit elf Prozent.

KI und Gesundheit als Ausnahmen

Die technologieorientierten Dienstleistungen bilden in diesem Segment eine Ausnahme: Hier stieg die Zahl der Gründungen 2025 um zwölf Prozent, insgesamt entstanden 10.500 neue Unternehmen. ZEW-Forscherin Dr. Sandra Gottschalk sagt, der Boom bei Anwendungen mit Künstlicher Intelligenz beflügele das Gründungsgeschehen bei Informations-, Kommunikations- und Netzwerktechnologien. Auch bei Software, Games und IKT-Dienstleistungen legten die Zahlen zu.

Hantzsch warnt dennoch, neue digitale Technologien könnten Schwächen in anderen Bereichen nicht ausgleichen. Seit etlichen Jahren geht die Zahl der Neugründungen in der forschungsintensiven Industrie spürbar zurück. Im Jahr 2025 wurden nur noch etwa 600 gezählt, was lediglich die Hälfte des Niveaus von 2009 ausmacht. Nach Hantzschs Einschätzung spiegeln sich darin grundlegende Probleme wider: strukturelle Defizite, hohe Ausgaben und ein Übermaß an Verwaltungsaufwand. „Ohne Innovationen durch Neugründungen verliert die deutsche Industrie langfristig weiter an Substanz“, sagt er.

Im Gesundheitssektor wurden 2025 mit 12.500 Neugründungen so viele gezählt wie seit über 20 Jahren nicht mehr. Gottschalk verweist auf die steigende Nachfrage nach Gesundheits- und Pflegeleistungen in einer alternden Gesellschaft. Gründungen dieser Art sind jedoch in hohem Maße davon abhängig, wie es um die Finanzen der Kranken- und Pflegeversicherungen sowie des Staates bestellt ist.

Auf einen Blick

  • Gründungen 2025 bundesweit: rund 183.000 (plus 7,7 Prozent)
  • Größere Gründungen: minus drei Prozent
  • Technologieorientierte Dienstleistungen: 10.500 Neugründungen, plus zwölf Prozent
  • Gesundheitssektor: 12.500 Neugründungen
  • Forschungsintensive Industrie: rund 600 Gründungen
  • Rückfragen: Dr. Sandra Gottschalk, ZEW Mannheim, Tel.: +49 621 1235-267

Hintergrund

Creditreform hatte mitgeteilt, dass 2024 laut Berechnungen von ZEW und Creditreform Wirtschaftsforschung rund 161.000 Unternehmen gegründet wurden, so wenige wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Die damaligen Zahlen waren teilweise hochgerechnet.

Als Referenz führte Creditreform damals an, dass sich der jährliche Mittelwert zwischen 2015 und 2021 auf etwa 168.000 Neugründungen belief, während er in den frühen 2000er-Jahren sogar oberhalb von 200.000 lag.

Auch die Industrie stand damals schon unter Druck. Im Verarbeitenden Gewerbe entstanden 2024 nur noch rund 5.000 Unternehmen, 38 Prozent weniger als 2016. Im Baugewerbe sank die Zahl der Neugründungen 2024 um 12,7 Prozent auf rund 14.700.

Zur Methodik schreibt Creditreform, untersucht würden Gründungen, die wegen ihrer Rechtsform oder Beschäftigtengröße als ausreichend wirtschaftsaktiv gelten. Aktuelle Zahlen seien teilweise hochgerechnet.

Eigene Einschätzung

Der Anstieg klingt erfreulich, sagt aber wenig über Gründergeist aus, wenn er vor allem aus Notlagen entsteht. Für Gründer ist der Rückgang bei größeren Vorhaben das genauere Signal: Wer Beschäftigte einstellen oder eine Kapitalgesellschaft aufbauen will, hat es offenbar schwerer. Offen bleibt, wie viele der kleinen Gründungen den Sprung ins Hauptgeschäft schaffen.


Grundlage: Pressemitteilung (Verband der Vereine Creditreform e.V., 26. Oktober 2026) – Original-Mitteilung (abgerufen am 26.10.2026)

Quellen für den Abschnitt „Hintergrund“:

  1. Creditreform Offenbach: JUNGE unternehmen, September 2025 (abgerufen am 26.10.2026)

Bild: Symbolbild (Gewerbegebiet). Foto: Jochen Teufel, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Die Redaktion hat diesen Beitrag mit KI-Unterstützung auf Grundlage der genannten Mitteilung geschrieben. Zahlen, Namen und Zitate werden vor der Veröffentlichung mit der Mitteilung und den genannten Quellen abgeglichen, jede Angabe im „Hintergrund“ mit ihrer Fundstelle. Die „Eigene Einschätzung“ ist ein Kommentar der Redaktion.

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