GEM-Bericht: Gründende erwarten mehr Wachstum als der Mittelstand
Gründerinnen und Gründer in Deutschland blicken optimistischer auf die Entwicklung ihrer Unternehmen als noch vor einem Jahr.

Gründerinnen und Gründer in Deutschland blicken optimistischer auf die Entwicklung ihrer Unternehmen als noch vor einem Jahr. Laut RKW bewerten Gründende ihre Wachstumserwartungen dabei häufiger als höher oder viel höher als etablierte Unternehmerinnen und Unternehmer im Mittelstand.
27 Prozent der Gründenden erwarten ein höheres oder viel höheres Wachstum ihres Unternehmens als vor einem Jahr. Im Mittelstand sagen das 21 Prozent. Der Unterschied ist damit spürbar, aber nicht groß.
Auch im Bereich Innovation liegen Gründerinnen und Gründer vorn: 15,1 Prozent setzen neue Technologien oder Verfahren bei ihren Produkten oder Dienstleistungen ein oder haben dies vor, was für Deutschland oder den globalen Markt eine Neuerung bedeutet. Im Mittelstand sind es 13,9 Prozent.
Beim Personal planen 15 Prozent der Gründerinnen und Gründer ein hohes Beschäftigungswachstum, im Mittelstand sind es 13 Prozent. Darunter fasst der GEM Vorhaben, binnen fünf Jahren mindestens zehn neue Stellen zu schaffen und den Personalbestand um mindestens 50 Prozent zu erhöhen.
Die Ergebnisse präsentierte das deutsche GEM-Team auf dem „International Roundtable on SMEs“ des Instituts für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn. Die Online-Veranstaltung zum Thema „The Future of SMEs“ fand am 21. Oktober 2026 statt. Das Team zeigte dort, welche Impulse von Gründungen für die deutsche Wirtschaft ausgehen. Viele Gründende von heute bilden demnach den Mittelstand von morgen.
Wer zählt im GEM als Gründer?
Berücksichtigt werden vom GEM Menschen im Alter von 18 bis 64 Jahren, die innerhalb von dreieinhalb Jahren vor der Erhebung ein Unternehmen aufgebaut haben oder im letzten Jahr eine Gründung vorbereitet haben. Als mittelständische Unternehmerinnen und Unternehmer gelten Menschen von 18 bis 64 Jahren, denen ein mindestens dreieinhalb Jahre bestehender Betrieb gehört und die ihn leiten, sofern er der KMU-Definition des IfM Bonn genügt.
Hintergrund
Wie es um das Gründungsgeschehen tatsächlich steht, zeigt die amtliche Statistik. Im 1. Halbjahr 2026 wurden laut Destatis rund 352 400 Gewerbe neu gegründet, 8,3 % mehr als im Vorjahreszeitraum. Die vollständigen Gewerbeaufgaben lagen mit rund 246 600 um 0,1 % niedriger als im 1. Halbjahr 2025.
Rund 69 600 Betriebe hatten dabei eine größere wirtschaftliche Bedeutung, 3,0 % mehr als im 1. Halbjahr 2025. Die Statistik rechnet jene Unternehmen zu den Betrieben von größerer wirtschaftlicher Relevanz, die von einer juristischen Person oder einer Gesellschaft ohne eigene Rechtspersönlichkeit ins Leben gerufen werden. Dazu gehören auch natürliche Personen, wenn sie im Handelsregister eingetragen sind, Beschäftigte haben oder bei der Gründung eine Handwerkskarte besitzen.
Das IfM Bonn kommt auf Basis der Daten des Statistischen Bundesamtes auf rund 143.000 gewerbliche Existenzgründungen im 1. Halbjahr 2026, also auf Vorjahresniveau. Es weist darauf hin, dass im 1. Halbjahr 2025 wegen Fehlkodierungen in nord- und ostdeutschen Gemeinden überhöhte Angaben vorlagen, was den Vergleich erschwert. Die Zahl der Unternehmensschließungen lag bei 127.000, der Saldo bei 16.000 Unternehmen. Nach Angaben des IfM Bonn wird der Aufschwung von neu entstandenen Firmen getragen, die entweder im Handelsregister oder in der Handwerksrolle geführt werden oder mindestens eine angestellte Person haben.
Eigene Einschätzung
Die GEM-Werte beschreiben Erwartungen und Pläne, keine Ergebnisse. Was Gründende erhoffen, muss sich erst zeigen. Die Abstände zum Mittelstand sind klein, besonders bei der Innovationsquote. Wer daraus Rückenwind für die eigene Finanzierungsrunde ableitet, sollte dabei vorsichtig vorgehen. Die Mitteilung nennt keine Angaben zu Branchen oder zur Stichprobe.
Grundlage: Pressemitteilung (RKW Rationalisierungs- und Innovationszentrum der Deutschen Wirtschaft e. V., 22. Oktober 2026) – Original-Mitteilung (abgerufen am 23.10.2026)
Quellen für den Abschnitt „Hintergrund“:
- Statistisches Bundesamt: Gründungen größerer Betriebe im 1. Halbjahr 2026 (abgerufen am 23.10.2026)
- IfM Bonn: Gewerbliche Existenzgründungen und Liquidationen (abgerufen am 23.10.2026)
Bild: Symbolbild (Gewerbegebiet). Foto: Nicolas17, CC BY-SA 2.0 de, via Wikimedia Commons
Die Redaktion hat diesen Beitrag mit KI-Unterstützung auf Grundlage der genannten Mitteilung geschrieben. Zahlen, Namen und Zitate werden vor der Veröffentlichung mit der Mitteilung und den genannten Quellen abgeglichen, jede Angabe im „Hintergrund“ mit ihrer Fundstelle. Die „Eigene Einschätzung“ ist ein Kommentar der Redaktion.


