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03. November 2026 · Ausgabe 11/26 Immer aktuell
Gründen

Ausgründungen aus der Wissenschaft: Jünger, innovativer, exportstärker

Wer aus einer Hochschule oder Forschungseinrichtung heraus gründet, tickt in vielen Punkten anders als der Durchschnitt der Gründerinnen und Gründer.

Forschungsinstitut
Symbolbild: Forschungsinstitut Foto: Müller, Public domain, via Wikimedia Commons

Wer aus einer Hochschule oder Forschungseinrichtung heraus gründet, tickt in vielen Punkten anders als der Durchschnitt der Gründerinnen und Gründer. Das zeigt der neue Academic Entrepreneurship Monitor 2025/26, den das RKW Kompetenzzentrum nach eigenen Angaben am 2. November online vorstellte. Über 180 Teilnehmerinnen und Teilnehmer verfolgten den Launch. Grundlage der Auswertung sind die im Jahr 2025 durchgeführten Befragungen des Global Entrepreneurship Monitors (GEM) Deutschland. Der GEM erscheint alljährlich in gemeinsamer Trägerschaft des RKW Kompetenzzentrums und des Thünen-Instituts für Innovation und Wertschöpfung in ländlichen Räumen.

Wer die Ausgründer sind

Laut Befragung haben 2,6 Prozent der Menschen in Deutschland ein Unternehmen aus einer Forschungseinrichtung oder Universität gegründet oder eine entsprechende Gründung vorbereitet, um wenigstens einen Teil des dort entstandenen Wissens nutzbar zu machen. Ausgründerinnen und Ausgründer sind im Durchschnitt knapp 30 Jahre alt, Gründende insgesamt rund 36 Jahre. Unter den Ausgründerinnen und Ausgründern hatten 60 Prozent mindestens einen Elternteil, der selbst oder bereits früher als Selbstständiger tätig ist beziehungsweise war. Unter den übrigen Gründenden trifft das nur auf knapp ein Drittel zu.

Bei den Motiven liegen beide Gruppen beim Lebensunterhalt und beim Aufbau von Wohlstand vorn. Unterschiede zeigen sich danach: 62 Prozent der Ausgründenden wollen mit ihrem (geplanten) Unternehmen die Welt verändern, bei allen Gründenden sind es 42 Prozent. Die Fortführung einer Familientradition nennt die Hälfte der Ausgründenden als Motiv, gegenüber 30 Prozent bei den anderen.

Innovation, Patente und Export

Bei Ausgründungen bieten 6,2 Prozent Produkt- oder Dienstleistungsinnovationen an oder planen dies, die eine Neuheit für den Weltmarkt sind. Bei Innovationen in Technologien oder Prozessen sind es 5,9 Prozent. Bei Gründenden allgemein liegen beide Werte jeweils bei 3,9 Prozent. Schutzrechte wollen 67 Prozent der Ausgründenden innerhalb von zwei Jahren anmelden, bei allen Gründenden sind es 27 Prozent.

Rund 29 Prozent der Ausgründenden haben eine hohe oder geplante hohe Exportintensität, insgesamt sind es rund 17 Prozent. Über die Hälfte hält Künstliche Intelligenz für Geschäftsmodell und Strategie in den kommenden drei Jahren für „sehr wichtig“, bei allen Gründenden sind es rund 33 Prozent. Rund 72 Prozent ergriffen im Jahr vor der Befragung Maßnahmen, um Umweltwirkungen zu minimieren, bei den übrigen waren es 42 Prozent.

Beratung und Hochschulangebote

Rund 78 Prozent der Ausgründenden nahmen eine Gründungsberatung in Anspruch, bei allen Gründenden rund 40 Prozent. Das RKW verweist auf den direkten Zugang zu hochschulischen Gründungszentren, Transferstellen und Förderangeboten wie EXIST. Rund 70 Prozent sagen, Entrepreneurship-Angebote der Hochschulen seien für ihre Gründung ausschlaggebend gewesen, bei den anderen knapp 45 Prozent.

Auf der Veranstaltung erklärte Holger Maus vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie: „Ausgründungen aus Hochschulen und Forschungseinrichtungen sind ein wichtiger Motor für Innovation, Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit in Deutschland.“ Mit der Startup- und Scaleup-Strategie wolle der Bund die Rahmenbedingungen für Gründungen und Wachstum verbessern, auch für wissenschaftsbasierte Ausgründungen.

Hintergrund

Seit 2025 bildet der GEM akademische Gründungen über die repräsentative Befragung der Bevölkerung ab. Wer als akademische Gründerin oder akademischer Gründer zählt, ist jemand, dessen Firma unmittelbar aus einer Forschungseinrichtung oder Hochschule heraus entstanden ist oder entstehen soll, damit zumindest ein Teil des dort erarbeiteten Wissens genutzt werden kann. Mitgezählt werden auch Gründende, die die Hochschule als Qualifikations-, Inspirations- oder Vernetzungsraum genutzt haben oder nutzen.

Laut RKW-Beitrag liegt der Anteil der TEA-Ausgründer an allen TEA-Gründern bei 21,1 Prozent, bei den Frauen bei 23 Prozent. Fast zwei Drittel (64,9 Prozent) befinden sich noch in der Vorbereitungsphase, gut ein Drittel (35 Prozent) hat bereits gegründet.

Nach den GEM-Daten haben 2,9 Prozent der Männer und 2,3 Prozent der Frauen in den letzten dreieinhalb Jahren aus einer Hochschule oder Forschungseinrichtung heraus gegründet oder dies geplant. Der Unterschied beträgt 0,6 Prozentpunkte und fällt damit deutlich geringer aus als bei den meisten anderen Gründungsformen im GEM.

Eigene Einschätzung

Die Zahlen zeichnen ein günstiges Bild, doch sie beruhen auf Selbstauskünften, und viele der erfassten Vorhaben sind noch Pläne. Ob aus der hohen Patent- und Exportabsicht tatsächlich Umsätze werden, sagt die Studie nicht. Für Gründende im Hochschulumfeld lohnt sich der Blick auf die Beratungsangebote vor Ort, denn dort liegt offenbar ein Vorsprung gegenüber anderen Gründenden.


Grundlage: Pressemitteilung (RKW Rationalisierungs- und Innovationszentrum der Deutschen Wirtschaft e. V., 3. November 2026) – Original-Mitteilung (abgerufen am 3.11.2026)

Quellen für den Abschnitt „Hintergrund“:

  1. RKW Kompetenzzentrum: Jede fünfte Gründung entsteht aus dem Hochschulumfeld (abgerufen am 3.11.2026)

Bild: Symbolbild (Forschungsinstitut). Foto: Müller, Public domain, via Wikimedia Commons

Die Redaktion hat diesen Beitrag mit KI-Unterstützung auf Grundlage der genannten Mitteilung geschrieben. Zahlen, Namen und Zitate werden vor der Veröffentlichung mit der Mitteilung und den genannten Quellen abgeglichen, jede Angabe im „Hintergrund“ mit ihrer Fundstelle. Die „Eigene Einschätzung“ ist ein Kommentar der Redaktion.

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