BSI warnt vor manipulierten Kühlanlagen und fordert sichere Steuerungssysteme
Angreifer manipulieren über das Internet erreichbare Steuerungssysteme von Kühlanlagen, und das BSI mahnt Betreiber nun erneut zur Absicherung.

Angreifer manipulieren über das Internet erreichbare Steuerungssysteme von Kühlanlagen, und das BSI mahnt Betreiber nun erneut zur Absicherung. Wie das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik mitteilte, sind ihm IT-Sicherheitsvorfälle bei einzelnen Supermärkten in Deutschland und in zahlreichen weiteren europäischen Ländern bekannt geworden. Unbefugte Dritte griffen dabei auf die Steuerungen zu. In einigen Fällen mussten Lebensmittel vernichtet werden. Die Versorgungssicherheit in Deutschland sei nicht gefährdet, so das BSI in seinem Update vom 3. November 2026.
Die Behörde hatte bereits Anfang Oktober nach vergleichbaren Vorfällen unter anderem in Frankreich gewarnt. Am 13. Oktober 2026 veröffentlichte sie eine Cybersicherheitsempfehlung, die die wichtigsten technischen Maßnahmen beschreibt. Diese seien leicht umsetzbar und senkten das Risiko erfolgreicher Angriffe erheblich. Angesprochen werden insbesondere Verantwortliche kleiner Industrieanlagen oder ähnlich gelagerter Systeme, beispielsweise für die Lebensmittelkühlung oder die Stromerzeugung.
BSI-Präsidentin Claudia Plattner sagte, die Vorfälle in Frankreich zeigten, wie Cyberangriffe den Alltag stören können. Der Angriff hätte jedes Land treffen können und könne jederzeit Nachahmer finden. Solche Einfallstore luden „regelrecht zu Sabotage ein“. Die Betreiber sollten ihre Systeme sicher betreiben.
Diese Maßnahmen empfiehlt das BSI
- Oberste Priorität hat es, zu verhindern, dass Steuerungssysteme aus dem Netz direkt erreichbar sind.
- VPN-Systeme und multifaktorgeschützte Zugriffe einrichten.
- Eingesetzte Systeme aktuell halten und Sicherheitsupdates sowie Fehlerkorrekturen kurzfristig einspielen.
- Geräte und Anlagen sollten daraufhin geprüft werden, ob sie offen zugänglich sind, und bei Bedarf gezielt geschützt werden.
Diese Schritte sollten zur Routine werden, damit das Sicherheitsniveau deutlich steigt.
Hintergrund
Das BSI stellt Publikationen zur IT-Sicherheit in der Fabrikautomation und Prozesssteuerung bereit. Damit unterstützt es nach eigenen Angaben Hersteller, Integratoren und Betreiber bei den Herausforderungen der IT- und Cyber-Sicherheit.
Für Betreiber von Steuerungssystemen listet die Behörde mehrere Empfehlungen auf, darunter ein Dokument zur Gefährdung durch internet-verbundene OT-Systeme aus dem Jahr 2026. Daneben nennt sie Papiere zu den Top 10 Bedrohungen und Gegenmaßnahmen, zur Fernwartung im industriellen Umfeld sowie zum Monitoring und zur Anomalieerkennung in Produktionsnetzwerken.
Als allgemeine Empfehlungen führt das BSI unter anderem ein ICS Security Kompendium und eine Handreichung zum Umgang mit „End of Support“ in industriellen Steuerungs- und Automatisierungssystemen auf.
Eigene Einschätzung
Die Empfehlungen sind für kleine Betreiber gut machbar, setzen aber voraus, dass überhaupt jemand im Betrieb die Verantwortung für die Anlagentechnik trägt. Offen lässt die Mitteilung, wie Betreiber ohne eigene IT-Abteilung prüfen können, ob ihre Anlage erreichbar ist. Wer eine vernetzte Kühlung betreibt, sollte das zügig klären lassen.
Grundlage: Pressemitteilung (Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), 3. November 2026) – Original-Mitteilung (abgerufen am 3.11.2026)
Quellen für den Abschnitt „Hintergrund“:
- BSI: Download-Seite Industrielle Steuerungs- und Automatisierungssysteme (abgerufen am 3.11.2026)
Bild: Symbolbild (Bankenviertel in Frankfurt am Main). Foto: Dr. Thomas Liptak, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Die Redaktion hat diesen Beitrag mit KI-Unterstützung auf Grundlage der genannten Mitteilung geschrieben. Zahlen, Namen und Zitate werden vor der Veröffentlichung mit der Mitteilung und den genannten Quellen abgeglichen, jede Angabe im „Hintergrund“ mit ihrer Fundstelle. Die „Eigene Einschätzung“ ist ein Kommentar der Redaktion.


