Rechenzentren: Investitionen steigen 2026 auf Rekord von 23,5 Milliarden Euro
Die Investitionen in Rechenzentren in Deutschland erreichen 2026 einen Höchstwert: 23,5 Milliarden Euro fließen in den Bau und die Ausstattung, 57 Prozent…

Die Investitionen in Rechenzentren in Deutschland erreichen 2026 einen Höchstwert: 23,5 Milliarden Euro fließen in den Bau und die Ausstattung, 57 Prozent mehr als im Vorjahr. Das geht aus der Studie „Rechenzentren in Deutschland 2026: Zahlen, Trends und Perspektiven im internationalen Vergleich“ hervor, die das Borderstep Institut im Auftrag des Digitalverbands Bitkom erstellt hat. Bitkom teilte die Ergebnisse am 3. November 2026 mit.
Die Investitionen insgesamt beliefen sich 2025 auf 15 Milliarden Euro, im Jahr 2024 hatten sie 12,9 Milliarden Euro betragen. Für Gebäude und Gebäudetechnik werden derzeit etwa 5,5 Milliarden Euro ausgegeben; 2025 waren es 3 Milliarden Euro und 2024 2,9 Milliarden Euro. Bei Server- und Speichersystemen rechnet man für 2026 mit etwa 18 Milliarden Euro an Investitionen, nachdem es im Vorjahr 12 Milliarden Euro und 2024 10 Milliarden Euro waren.
KI als Treiber der Nachfrage
Künstliche Intelligenz bestimmt den Bedarf an Rechenleistung zunehmend. Bis 2035 werden voraussichtlich 55 Prozent der Rechenzentrumskapazität in Deutschland für KI und High Performance Computing benötigt, 2026 sind es 20 Prozent, 2030 voraussichtlich 36 Prozent. Gemäß dieser Prognose steigt die KI-Kapazität von 670 Megawatt Anschlussleistung auf über 2.100 Megawatt bis 2030 und auf 5.300 Megawatt bis 2035. Die gesamte IT-Anschlussleistung steigt von aktuell 3.300 auf rund 9.700 Megawatt im Jahr 2035 und verdreifacht sich damit.
Auch im internationalen Vergleich verschärft sich der Wettbewerb. Deutschland baut bis 2030 auf 5 Gigawatt und bis 2035 auf knapp 10 Gigawatt aus. Für die USA werden 160 Gigawatt erwartet, für China 90 Gigawatt, für Europa insgesamt 37 Gigawatt. Die USA kamen 2025 schon auf rund 47 Gigawatt, China auf 22 Gigawatt. Laut Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst geht es im KI-Rennen auch darum, wer über die meiste Rechenleistung verfügt: „Der KI-Wettbewerb ist auch ein Wettbewerb um Rechenleistung.“ Er fordert günstigen Strom, geeignete Flächen und schnellere Genehmigungsverfahren.
Einer Umfrage unter Betreibern und Experten zufolge rechnen 68 Prozent damit, dass hierzulande überwiegend kleinere KI-Modelle trainiert werden. Forschungseinrichtungen gelten für 54 Prozent als maßgebliche Impulsgeber. 46 Prozent sehen eine herausgehobene Bedeutung für „Industrial AI“, also KI, die in Maschinen, Anlagen und industriellen Abläufen zum Einsatz kommt. Die Cloud-Kapazitäten wachsen von rund 1.900 Megawatt 2026 auf voraussichtlich 3.258 Megawatt 2030 und 6.017 Megawatt 2035.
Bestand und Standorte
In Deutschland gibt es gut 2.000 Rechenzentren mit mehr als 100 Kilowatt Anschlussleistung, darunter rund 100 große mit mehr als 5 Megawatt. Die IT-Anschlussleistung stieg 2025 um rund 9 Prozent auf 2.980 Megawatt und erreicht 2026 bereits 3.300 Megawatt. 2015 waren es 1.660 Megawatt. Große Anlagen vereinen 52 Prozent der Leistung auf sich.
Hessen bleibt mit rund 1.200 Megawatt der größte Standort, vor Bayern mit rund 440 und Nordrhein-Westfalen mit rund 390 Megawatt. In Hessen sind 2.000 Megawatt zusätzlich im Bau. Brandenburg gilt als Shooting-Star mit 1.301 Megawatt im Bau (aktuell rund 104 MW). Nordrhein-Westfalen folgt mit 450 Megawatt. In Europa liegt Deutschland 2026 mit rund 3,3 Gigawatt vor Großbritannien (2,9), Frankreich (2,0) und Irland (1,7). Für das Jahr 2030 wird in Deutschland eine Leistung von etwa 5,5 Gigawatt prognostiziert, in Großbritannien sind es 4,0 Gigawatt.
Energie, Wasser und politisches Ziel
Für 2026 werden für Rechenzentren und kleinere IT-Anlagen etwa 23 Milliarden Kilowattstunden Strom benötigt. Bitkom prognostiziert 35 bis 38 Milliarden Kilowattstunden für 2030 und 56 bis 70 Milliarden für 2035. Der durchschnittliche PUE-Wert hat sich von 1,63 im Jahr 2020 auf 1,42 im Jahr 2026 verringert. Er beschreibt das Verhältnis des Gesamtenergieverbrauchs zum Verbrauch der IT-Systeme. Aktuelle Server erreichen eine bis zu dreifach höhere Energieeffizienz als Geräte aus dem Jahr 2021. Bei 65 Prozent der Rechenzentren liegt der unmittelbare Wasserbedarf bei maximal 0,1 Litern pro Kilowattstunde installierter Anschlussleistung. Im EU-Register ist der WUE-Wert von 0,55 im Jahr 2023 auf 0,4 im Jahr 2025 gefallen.
Für 2030 liegt die Trendprognose bei 5.500 Megawatt, die Bundesregierung formuliert ein Ziel von ungefähr 6.000 Megawatt. Es fehlen also etwa 500 Megawatt, rund acht Prozent. 66 Prozent der Branche bewerten die Rechenzentrumsstrategie als positiv, 33 Prozent halten die Ziele für ausreichend ambitioniert, 20 Prozent erwarten eine rasche Umsetzung.
Bitkom verlangt eine verlässliche Stromversorgung zu wettbewerbsfähigen Preisen, schnelleren Netzausbau, effizientere Vergabe von Netzanschlüssen, ausgewiesene Flächen und vereinfachte, digitalisierte Genehmigungen. Das Energieeffizienzgesetz solle die Einflussmöglichkeiten der Betreiber berücksichtigen, und die Abwärmenutzung solle besser in die kommunale Wärmeplanung eingebunden werden.
Hintergrund
Auf ihrer Internetseite verweist die Deutsche Energie-Agentur (dena) beim Stromverbrauch auf eine ältere Größenordnung: Für 2023 werden etwa 20 Terawattstunden angegeben, was rund 4 % des gesamten Strombedarfs in Deutschland entspricht. Bis 2030 könnte er laut dena auf über 30 TWh wachsen.
Laut dena verlangt das Energieeffizienzgesetz (EnEfG), dass neu errichtete Rechenzentren ab Mitte 2026 festgelegte Mindestwerte bei der Effizienz einhalten. Nach einem Gutachten im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie wäre der Stromverbrauch ohne das EnEfG im Jahr 2030 um etwa 2,5 TWh höher.
Für die Energiekosten verweist die dena auf Angaben der German Datacenter Association: Sie machen derzeit etwa 50 % der Betriebsausgaben eines Rechenzentrums aus.
Eigene Einschätzung
Die Studie zeigt, wie viel Kapital in Rechenzentren fließt, doch sie stammt von einem Verband, der für bessere Standortbedingungen wirbt. Für Gründer in KI und Cloud ist vor allem die Frage nach Strompreisen und Netzanschlüssen relevant, weil sie die Kosten für Rechenleistung bestimmt. Offen bleibt, wer die Investitionen trägt und ob die Genehmigungen wirklich schneller werden.
Grundlage: Pressemitteilung (Bitkom e. V., 3. November 2026) – Original-Mitteilung (abgerufen am 3.11.2026)
Quellen für den Abschnitt „Hintergrund“:
- dena: Nachhaltige Rechenzentren (abgerufen am 3.11.2026)
Bild: Symbolbild (Bankgebäude). Foto: Sebastian Wallroth, Public domain, via Wikimedia Commons
Die Redaktion hat diesen Beitrag mit KI-Unterstützung auf Grundlage der genannten Mitteilung geschrieben. Zahlen, Namen und Zitate werden vor der Veröffentlichung mit der Mitteilung und den genannten Quellen abgeglichen, jede Angabe im „Hintergrund“ mit ihrer Fundstelle. Die „Eigene Einschätzung“ ist ein Kommentar der Redaktion.


