Investitionsgipfel: Was die Bundesregierung für Unternehmen plant
Die Bundesregierung will Deutschland für internationale Investoren attraktiver machen.

Die Bundesregierung will Deutschland für internationale Investoren attraktiver machen. Anlass ist der erste Investitionsgipfel „Invest in Germany“, den sie als Willkommenssignal versteht, wie das Presse- und Informationsamt der Bundesregierung mitteilt. Genannt werden bessere Investitionsbedingungen, niedrigere Energiekosten, weniger Bürokratie und gezielte Abschreibungsanreize.
Bürokratie: Entlastung und Mitmachportal
Die Bürokratiekosten der Wirtschaft sollen um 25 Prozent sinken. Bisher wurden mehr als 40 konkrete Maßnahmen beschlossen, die bereits in Kraft sind und jährlich 9,8 Milliarden Euro Entlastung bringen. Am 15. Juli 2026 beschloss das zweite Entlastungskabinett zusätzliche Erleichterungen im Umfang von rund 600 Millionen Euro.
Das Berichtsentlastungsgesetz ist für einen Kabinettsbeschluss bis April 2027 vorgesehen; sein Inkrafttreten ist für Anfang 2028 geplant. Dadurch entfallen zahlreiche gesetzlich vorgeschriebene Meldepflichten gegenüber Behörden. Seit Dezember 2025 ist zudem das Einfach-Machen-Portal online, auf dem sich Verbesserungsvorschläge zum Bürokratierückbau einreichen lassen.
Technologie und Infrastruktur
Mit der Hightech Agenda Deutschland sollen mehr Wertschöpfung, Wettbewerbsfähigkeit und Souveränität erreicht werden. Im Mittelpunkt stehen sechs zentrale Zukunftstechnologien: Künstliche Intelligenz, Quantentechnologien, Mikroelektronik, Biotechnologie, Kernfusion sowie klimaneutrale Energieerzeugung und klimaneutrale Mobilität.
Mit der Rechenzentrumsstrategie will der Bund den digitalen Ausbau voranbringen. Die Rechenzentrumskapazitäten sollen bis 2030 mindestens verdoppelt werden, für High-Performance-Computing und KI mindestens vervierfacht.
Deutschlandfonds und Start-up-Strategie
Der Deutschlandfonds soll private Investitionen anstoßen. Angepeilt ist ein Gesamtinvestitionsvolumen von über 130 Milliarden Euro, das mit etwa 30 Milliarden Euro an öffentlichen Mitteln unterstützt werden soll. Eingesetzt werden Kredite, Beteiligungen und staatliche Risikoabsicherungen durch die KfW. Unter anderem sollen die Mittel in Künstliche Intelligenz, Biotechnologie und die Absicherung von Rohstoffen fließen. Gemeinsam mit der KfW entsteht außerdem ein Wohnungsbaufonds für bezahlbare Wohnungen.
Für junge Firmen verweist die Mitteilung auf die Start-up- und Scale-up-Strategie, die 152 Maßnahmen in acht Handlungsfeldern umfasst, darunter Finanzierung, Abbau von Bürokratie und Gewinnung von Fachkräften. Die Initiative „Wachstums- und Innovationskapital für Deutschland“ (WIN) verbessert die rechtlichen Rahmenbedingungen für entsprechende Investitionen. Private WIN-Investitionen in das Venture-Capital-Ökosystem sollen auf über 25 Milliarden Euro steigen („WIN 2.0“).
Europäische Ebene
Die Bundesregierung unterstützt die EU-Spar- und Investitionsunion, vor allem für eine tiefere Kapitalmarktintegration, etwa bei der Einigung des Europäischen Rates zum Marktintegrations- und Aufsichtspaket am 9. Oktober 2026. Sie trägt außerdem die „One-Europe, One Market-Roadmap“ mit, darunter das Ziel eines sogenannten 28. Regimes („EU Inc.“), das optional ein harmonisiertes Gesellschaftsrecht im Binnenmarkt schaffen soll. Dazu kommt der ab 2028 geplante Wettbewerbsfähigkeitsfonds.
Hintergrund
Der Deutschlandfonds startete im Dezember 2025. Der Bundesregierung zufolge umfasst er etwa 1 Milliarde Euro aus dem Haushalt sowie Staatsgarantien in Höhe von etwa 30 Milliarden Euro, wobei die KfW 5,3 Milliarden Euro beisteuert.
Junge Unternehmen und Wachstumsfirmen erhalten in den kommenden zehn Jahren zusätzlich 1,5 Milliarden Euro vom Bund und der KfW. Wie die Bundesregierung mitteilt, werden einzelne Förderangebote, die bisher für Start-ups bereitstanden, ab Mitte 2027 auch innovativen mittelständischen Betrieben zugänglich sein.
Die KfW teilt mit, dass das neue Venture-Capital-Programm „WIN 400“ läuft. Der DIHK, der die Zwischenbilanz zusammenfasst, beziffert das Volumen auf 400 Millionen Euro; damit lassen sich Fonds für die Sicherheits- und Verteidigungsindustrie, Secondary-Fonds und Ansätze zur Unternehmensnachfolge finanzieren. Das Programm „Tech-Fondsinvest“ wird um rund 770 Millionen Euro aufgestockt. Für Herbst 2027 ist das Nachfolgeprogramm „MittelstandsKapital“ geplant.
Den Zusatzmitteln muss laut Bundesregierung noch der Haushaltsausschuss zustimmen.
Eigene Einschätzung
Für Gründer liegt der Nutzen vor allem in den Wagniskapital-Programmen und im Einfach-Machen-Portal, über das sich Vorschläge zum Bürokratieabbau einreichen lassen. Viele Punkte sind aber Absichten und Zielmarken, etwa beim Berichtsentlastungsgesetz. Konkrete Konditionen und die Abschreibungsanreize nennt die Mitteilung nicht. Wer investieren will, sollte die Bedingungen der einzelnen Programme selbst prüfen.
Grundlage: Pressemitteilung (Presse- und Informationsamt der Bundesregierung, 19. Oktober 2026) – Original-Mitteilung (abgerufen am 19.10.2026)
Quellen für den Abschnitt „Hintergrund“:
- DIHK: Update Deutschlandfonds (abgerufen am 19.10.2026)
- Bundesregierung: Deutschlandfonds, Investitionen für mehr Wachstum (abgerufen am 19.10.2026)
- KfW: Erfolgreiches erstes Halbjahr für den Deutschlandfonds (abgerufen am 19.10.2026)
Bild: Symbolbild (Bankenviertel in Frankfurt am Main). Foto: Thomas Wolf (Der Wolf im Wald), CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
Die Redaktion hat diesen Beitrag mit KI-Unterstützung auf Grundlage der genannten Mitteilung geschrieben. Zahlen, Namen und Zitate werden vor der Veröffentlichung mit der Mitteilung und den genannten Quellen abgeglichen, jede Angabe im „Hintergrund“ mit ihrer Fundstelle. Die „Eigene Einschätzung“ ist ein Kommentar der Redaktion.


