Hannover bekommt erstes Gründerzentrum mit fester Adresse
Die techfactory Hannover hat in der Hüttenstraße 22B ihren ersten eigenen Standort eröffnet. Drei von vier Büroeinheiten sind bereits belegt, zwei größere Standorte sind in Planung.

Hannover, 12. Oktober 2026: Die techfactory Hannover hat ihren Betrieb aufgenommen. In der Hüttenstraße 22B im Stadtteil Vahrenwald eröffnete das Gründer- und Technologiezentrum der Region Hannover seinen ersten eigenen Standort. Von vier Büroeinheiten sind drei bereits vermietet.
Was die techfactory anbietet
Der Standort richtet sich an junge Unternehmen, die flexible Arbeitsflächen und Zugang zu einem regionalen Netzwerk suchen. Neben Büroräumen stehen Vernetzung, fachliche Begleitung und Kontakte zu Wirtschaftspartnern im Vordergrund. Techfactory-Geschäftsführer Gordon Hünies empfing zur Eröffnung Vertreter aus Politik, Wirtschaft und der lokalen Startup-Szene.
Niedersachsens Ministerin für Europa und Regionale Landesentwicklung, Melanie Walter, war ebenfalls vor Ort. Sie bezeichnete die Eröffnung als Beginn von etwas Großem. Ob das stimmt, wird die Entwicklung der nächsten Jahre zeigen.
Wer bereits eingezogen ist
Drei Unternehmen haben die ersten Einheiten bezogen. Die DiB GmbH ist auf Drohneninspektionen in Innenräumen spezialisiert. Morgenraum arbeitet im Bereich Stadtentwicklung. Kollektiv siebzehn ist eine Sozialagentur, die sich mit dem Zusammenleben im öffentlichen Raum beschäftigt.
Die Auswahl zeigt: Die techfactory beschränkt sich nicht auf Software- oder Deep-Tech-Gründungen. Auch Unternehmen mit gesellschaftlichem Schwerpunkt sind willkommen, solange sie ein tragfähiges Geschäftsmodell entwickeln.
Einbindung in das lokale Umfeld
Direkt neben dem neuen Standort liegt die Initiative Hüttenstraße. Sie nutzt ehemalige Speditionshallen auf demselben Industriegelände, wo sich bereits kreative Projekte und kleinere Unternehmen angesiedelt haben.
Benjamin Grudzinski von der Initiative Hüttenstraße sieht in der Nachbarschaft eine sinnvolle Ergänzung. Gründer könnten zunächst niedrigschwellig bei der Initiative einsteigen und bei weiterer Entwicklung auf die Angebote der techfactory wechseln. Das klingt nach einem brauchbaren Stufenmodell, sofern der Übergang in der Praxis funktioniert.
Großer Standort in Garbsen ab 2029
Der Standort in Vahrenwald ist als Zwischenlösung gedacht. Das eigentliche Vorhaben ist der ONE TechCampus in Garbsen, direkt neben dem Campus Maschinenbau der Leibniz Universität Hannover.
Auf rund 62.000 Quadratmetern soll ein Technologiepark mit fünf Gebäuden für Produktion, Forschung und Entwicklung entstehen. Bauherr ist die asto Group. Das Projekt entsteht in Zusammenarbeit mit der Region Hannover und der Stadt Garbsen.
Der Spatenstich ist für das erste Halbjahr 2027 vorgesehen, die Fertigstellung des ersten Bauabschnitts für Anfang 2029. Die techfactory soll dort als Hauptmieter mehr als 4.600 Quadratmeter nutzen.
Was dort entstehen soll
Geplant sind Büroflächen, Werkstätten und flexible Räume für Workshops. Eine sogenannte Lernarena soll Veranstaltungen und Kongresse ermöglichen. Das Konzept zielt auf die Zusammenarbeit zwischen Startups, studentischen Gründungsteams und etablierten Industriebetrieben.
Die räumliche Nähe zur Leibniz Universität ist dabei kein Zufall. Maschinenbau, Produktionstechnik und angewandte Forschung gelten als klassische Stärken des Standorts Hannover. Ein Gründerzentrum, das diesen Bezug aktiv nutzt, hat strukturell bessere Voraussetzungen als eines, das nur Schreibtische vermietet.
Was bedeutet das für Gründer in der Region?
Wer in Hannover oder Umgebung ein junges Unternehmen aufbaut, bekommt mit der techfactory eine neue Option. Flexible Büroflächen in einem strukturierten Umfeld sind für viele Frühphasen-Teams sinnvoller als ein teures Einzelbüro oder das heimische Arbeitszimmer.
Konkret: Der Standort Hüttenstraße hat wenig Platz und ist als Pop-up-Format angelegt. Wer mittel- bis langfristig plant, sollte den Garbsen-Standort im Blick behalten. Fertigstellung ist frühestens 2029. Bis dahin bleibt der Raum knapp.
Für Gründer außerhalb Hannovers ist der Schritt vor allem ein Signal: Öffentlich geförderte Gründerzentren entstehen nicht mehr nur in Berlin, München oder Hamburg. Auch Regionalprojekte bekommen Gewicht, wenn sie konsequent an Hochschulen und Industrie angebunden werden.
Fazit
Die techfactory Hannover startet klein, mit vier Büroeinheiten und drei Mietern. Das ist kein Makel, sondern ein realistischer Anfang. Ob der geplante Großstandort in Garbsen tatsächlich 2029 fertig wird und ob er mehr bietet als gut gestaltete Büroflächen, wird sich zeigen. Gründerzentren scheitern selten an fehlendem Raum. Sie scheitern daran, wenn die versprochene Vernetzung nicht funktioniert.


