Skylance holt über eine Million Euro für Drohnenabwehr unter 3.000 Euro
Die NRW.BANK beteiligt sich erstmals direkt an einem Defence-Tech-Startup und investiert 500.000 Euro in Skylance aus Hürth. Das 2025 gegründete Unternehmen entwickelt einen Lenkflugkörper zur Drohnenabwehr, der weniger kosten soll als viele der Drohnen, die er bekämpft.

Skylance aus Hürth bei Köln hat eine Finanzierungsrunde über mehr als eine Million Euro abgeschlossen. Den größten Einzelposten stellt die NRW.BANK mit 500.000 Euro. Für die Förderbank ist es die erste direkte Beteiligung an einem Defence-Tech-Unternehmen. Das 2025 gegründete Startup entwickelt mit dem "DroneHammer" ein lasergesteuertes System zur Abwehr kleiner Drohnen, derzeit gemeinsam mit der Bundeswehr.
Wie die Finanzierungsrunde aufgebaut ist
Die NRW.BANK hatte Skylance bereits zuvor über ein Wandeldarlehen in Höhe von 200.000 Euro finanziert. Dieses Darlehen wird nun in eine Beteiligung umgewandelt. Zusätzlich stellt die Förderbank weitere 300.000 Euro bereit. Ein Wandeldarlehen ist ein Darlehen, das zu einem späteren Zeitpunkt in Unternehmensanteile umgewandelt wird, statt zurückgezahlt zu werden.
Neben der NRW.BANK beteiligt sich ein Konsortium aus Unternehmern und Investoren des Investment Advisory Club Düsseldorf (IACD e.V.). Damit kommt Skylance insgesamt auf mehr als eine Million Euro aus der Runde.
Was der DroneHammer können soll
Im Mittelpunkt des Geschäftsmodells steht der DroneHammer. Der Lenkflugkörper wiegt rund 700 Gramm und erreicht nach Angaben des Unternehmens eine Geschwindigkeit von mehr als 600 Kilometern pro Stunde. Zur Zielerfassung kombiniert Skylance Laserenergie mit Bildverarbeitung und Softwarealgorithmen.
Ein DroneHammer soll weniger als 3.000 Euro kosten. Das ist Kern der Geschäftsidee.
Das Kostenproblem moderner Drohnenabwehr
Viele gängige Drohnen sind günstig produzierbar und in großer Stückzahl verfügbar. Abfangsysteme kosten dagegen oft ein Vielfaches. Wer teure Raketen einsetzt, um billige Drohnen abzuschießen, verliert wirtschaftlich. Skylance versucht, dieses Ungleichgewicht zu verkleinern.
Die NRW.BANK verweist auf Zahlen des Bundeskriminalamts: Demnach wurden 2025 in Deutschland mehr als 1.000 verdächtige Drohnenflüge registriert. Das betrifft militärische Szenarien ebenso wie den Schutz kritischer Infrastruktur wie Flughäfen, Kraftwerke oder Bahnstrecken.
Wo Skylance gerade steht
Das Unternehmen wurde 2025 von Philipp Bohne, Dr. Tobias de Taillez und Dr. Olaf Wollersheim gegründet. Der DroneHammer befindet sich in der Entwicklungs- und Erprobungsphase. Die Zusammenarbeit mit der Bundeswehr läuft. Mit dem frischen Kapital will Skylance die technologische Entwicklung beschleunigen und erste Schritte in Richtung Serienfertigung vorbereiten.
Dieser Übergang ist bei Defence-Tech-Unternehmen erfahrungsgemäß der schwierigste. Ein funktionierender Prototyp reicht nicht. Systeme müssen reproduzierbar herstellbar, zertifizierbar und in bestehende Verteidigungsstrukturen integrierbar sein. Das kostet Zeit und Kapital.
Was sich bei öffentlichen Investoren verändert
Institutionelle und öffentliche Kapitalgeber haben Defence-Tech lange gemieden oder aus Investitionsrichtlinien ausgeschlossen. Das ändert sich. Die NRW.BANK setzt mit dem Skylance-Investment ein klares Signal: Verteidigungstechnologie gilt in Nordrhein-Westfalen als förderungswürdiges Feld.
Für Gründerinnen und Gründer, die in verwandten Bereichen arbeiten, etwa Sensorik, autonome Systeme oder Kommunikationstechnologie für sicherheitskritische Umgebungen, ist das relevant. Öffentliche Förderinstrumente, die bisher kaum zugänglich waren, stehen offenbar für neue Bewerbungen offen.
Fazit
Skylance hat eine erste Finanzierungsrunde abgeschlossen. Die Technologie adressiert ein wirtschaftliches Problem in der Drohnenabwehr. Der Test kommt in den nächsten Monaten: Erprobung mit der Bundeswehr, Entwicklung zur Serienreife, Zulassung. Das ist der Punkt, an dem viele Defence-Tech-Startups scheitern.


