Prager KI-Startup holt eine Million Euro für Hotel-Automatisierung
FLÆ Robotics hat eine Seed-Runde über mehr als eine Million Euro abgeschlossen. Das Kapital soll den Ausbau des KI-Assistenten BE-A und den Eintritt in neue Märkte finanzieren.

Das tschechische Startup FLÆ Robotics hat eine Seed-Finanzierung über mehr als eine Million Euro eingesammelt. Investoren sind Purple Ventures und Garage Angels. Das Kapital fließt in die Weiterentwicklung des KI-Assistenten BE-A, in neue Mitarbeiter und in internationale Expansion. Mehr als 60 Hotels in Großbritannien, Deutschland und Tschechien nutzen die Software bereits.
Was BE-A macht und was es kostet
BE-A ist eine KI-Software für Hotels. Sie übernimmt Gästekommunikation über WhatsApp, E-Mail, Webchat und Telefon. Das System unterstützt nach Unternehmensangaben mehr als 100 Sprachen und ist rund um die Uhr verfügbar.
Der Unterschied zu einfachen Chatbots: BE-A ist an operative Hotelsysteme angebunden. Der Assistent beantwortet nicht nur Fragen, er schließt auch Buchungen direkt ab. Eingehende Anfragen werden kategorisiert und an zuständige Abteilungen weitergeleitet.
FLÆ Robotics wurde 2023 von Filip Linek gegründet. Zum Einsatz kommt die Software unter anderem im Weetwood Hall Hotel in Großbritannien und im Hotel Atlantis nahe der tschechischen Stadt Brünn.
Zahlen aus dem laufenden Betrieb
Für Juli und August 2026 nennt das Unternehmen konkrete Nutzungszahlen. In diesem Zeitraum verarbeitete BE-A rund 265.000 Nachrichten und Sprachinteraktionen. Das entspricht knapp 160.000 einzelnen Gesprächen und durchschnittlich mehr als 4.000 Interaktionen pro Tag.
Mehr als 3.400 Hotelbuchungen sollen ohne menschliches Eingreifen abgeschlossen worden sein. Das Unternehmen macht keine Angaben dazu, wie sich diese Buchungen auf einzelne Hotels verteilen oder welchen Umsatz sie erzeugt haben.
Wohin das Geld fließt
FLÆ Robotics will mit dem frischen Kapital zunächst die Produktentwicklung beschleunigen. Ein Schwerpunkt liegt auf tieferen Integrationen in bestehende Hotelmanagementsysteme. Je besser BE-A in die operative Software eines Hotels eingebunden ist, desto mehr Schritte kann es eigenständig erledigen.
Geographisch richtet das Unternehmen seinen Fokus auf Deutschland und Österreich. Parallel dazu plant FLÆ Robotics den Eintritt in den US-amerikanischen Hotelmarkt. Angaben zur Unternehmensbewertung oder zur genauen Aufteilung der Finanzierungssumme macht das Startup nicht.
Was das für kleine Hotelbetriebe bedeutet
Automatisierte Gästekommunikation ist kein neues Konzept. Viele Buchungsplattformen bieten bereits automatische Antwortfunktionen an. Der Ansatz von FLÆ Robotics geht weiter: Die Software soll kommunizieren und operative Vorgänge ausführen.
Für kleine Hotels mit wenigen Mitarbeitern kann das relevant sein. Anfragen außerhalb der Servicezeiten, Buchungsabwicklungen bei Personalengpässen oder die Weiterleitung an die richtige Abteilung sind typische Schwachstellen im Betrieb.
Allerdings hängt der Nutzen stark davon ab, wie gut BE-A mit dem jeweiligen Hotelmanagementsystem zusammenarbeitet. Wer ein proprietäres oder veraltetes System betreibt, wird die Vorteile der Systemintegration womöglich nicht vollständig nutzen können.
Fazit
FLÆ Robotics hat eine Seed-Runde abgeschlossen und kann auf erste Betriebszahlen verweisen. Die Kennzahlen aus dem Sommer 2026 zeigen, dass die Plattform im laufenden Betrieb skaliert. Ob das Modell auch in größeren Märkten wie den USA trägt, wird die nächste Phase zeigen. Die Qualität der Anbindung an bestehende Systeme ist dabei ausschlaggebend, nicht die KI-Funktion allein.


