Zum Inhalt springen
10. September 2026 · Ausgabe 09/26 Immer aktuell
Digital & KI

ChatGPT Work ahmt deinen Schreibstil nach: Was steckt dahinter?

OpenAI hat ChatGPT Work um eine Schreibstil-Personalisierung erweitert. Der KI-Agent liest dafür Gmail, Slack und Google Drive aus und übernimmt dann deine sprachlichen Eigenheiten.

ChatGPT Work ahmt deinen Schreibstil nach: Was steckt dahinter?
Symbolbild zur Meldung. Bild: KI-generiert

OpenAI hat am 7. September 2026 eine neue Funktion für ChatGPT Work angekündigt. Der KI-Agent kann künftig den Schreibstil einzelner Nutzer imitieren. Dafür verbindet er sich mit Tools wie Gmail, Google Drive, Slack oder SharePoint und wertet aus, wie der Nutzer dort schreibt.

Was ChatGPT Work konkret tut

ChatGPT Work ist ein KI-Agent, also ein System, das eigenständig Aufgaben abarbeitet und dabei mehrere Schritte plant und ausführt. Die Basis ist GPT-5.6; OpenAI gibt an, dass inzwischen auch das Modell GPT-6 Astra unterstützt wird.

Die neue Schreibstil-Funktion geht über bisherige KI-Textwerkzeuge hinaus. Das System analysiert nicht nur Inhalt, sondern auch Form: bevorzugte Phrasen, typische Grußformeln, Zeichensetzungsgewohnheiten und die Großschreibung einzelner Wörter. Wer auf Slack konsequent kleinschreibt oder bestimmte Satzbausteine immer wieder verwendet, soll das in den vom Agenten erzeugten Texten wiederfinden.

Die Einstellung ist über chatgpt.com erreichbar, unter Personalisierung und dann Schreibstil. Aktuell steht die Funktion nur zahlenden Nutzern mit ChatGPT Work Zugang zur Verfügung, und nur in der Web-Version.

Was das für kleine Teams bedeutet

Produktivität und Konsistenz

Für Gründerinnen und Gründer, die allein oder in kleinen Teams arbeiten, klingt das zunächst praktisch. Wer täglich Dutzende Mails beantwortet, Angebote schreibt und Slack-Nachrichten verschickt, gibt dabei viel Schreibarbeit an ein Werkzeug ab. Wenn dieses Werkzeug dabei nach außen klingt wie die Person selbst, entfällt ein Teil der Nacharbeit.

Für Teams mit mehreren Personen, die nach außen eine einheitliche Stimme brauchen, ist die Funktion dagegen weniger geeignet. Der Stil, den das System lernt, ist personenbezogen, nicht unternehmensbezogen.

Datenzugriff: Was der Agent liest

ChatGPT Work liest dafür tatsächlich in verbundene Dienste hinein. Gmail, Google Drive mit Google Docs, Slack, SharePoint und weitere Plattformen werden als Datenquelle genutzt. Der Agent hat damit Zugriff auf reale Geschäftskommunikation, Verträge, interne Dokumente und private Korrespondenz.

OpenAI ist ein US-amerikanisches Unternehmen. Wer als Unternehmer in der EU tätig ist und personenbezogene oder vertrauliche Daten in diesen Tools verwaltet, sollte prüfen, ob das mit den eigenen Datenschutzpflichten vereinbar ist. Die Datenschutz-Grundverordnung stellt klare Anforderungen an die Verarbeitung und Weitergabe solcher Daten an Drittanbieter.

Wer keine sensiblen Kundendaten in Gmail oder Slack hat und nur den eigenen Stil lernen lassen möchte, hat ein geringeres Risiko. Wer dort aber Angebote, Verträge oder Kundenkommunikation lagert, sollte erst prüfen und dann verbinden.

Kosten und Zugang

ChatGPT Work ist kein Gratisprodukt. OpenAI richtet das Angebot an zahlende Teams. Die Preise variieren je nach Plan. Wer ein knappes Budget hat, sollte abwägen, ob die Schreibstil-Funktion allein den Aufpreis rechtfertigt, oder ob andere Funktionen des Agenten, etwa Aufgabenautomatisierung und Projektsteuerung, den größeren Nutzen bringen.

Was man jetzt tun kann

Wer ChatGPT Work bereits nutzt, kann die Funktion unter den Personalisierungseinstellungen auf chatgpt.com testen. Sinnvoll ist ein schrittweises Vorgehen: zuerst nur unkritische Dienste verbinden, etwa einen persönlichen Google Drive Ordner ohne Kundendaten, dann prüfen, wie gut das System den Stil trifft, und erst danach entscheiden, ob weitere Dienste angebunden werden.

Wer bisher kein ChatGPT Work nutzt, sollte die Entscheidung nicht allein wegen dieser Funktion treffen. Der Schreibstil-Assistent ist eine Ergänzung, kein Kernargument für ein Abonnement.

Fazit

OpenAI baut ChatGPT Work zum Arbeitsagenten aus. Die Schreibstil-Funktion kann für Solo-Gründer mit hohem Schreibaufwand Zeit sparen. Der Datenzugriff auf Geschäftstools ist dabei kein Detail, sondern ein zentraler Punkt. Wer die Funktion nutzen will, muss zuerst wissen, was in seinen verbundenen Diensten liegt und wer dann darauf zugreift.

Ähnliche Beiträge