Google Search Console misst jetzt visuelle Suche separat
Wer Bilder, Videos oder visuelle Inhalte auf seiner Website hat, bekommt in der Google Search Console ab sofort eigene Messdaten für Suchanfragen über Google Lens und Co. Die Daten waren bisher unsichtbar.

Google hat die Search Console um einen neuen Filter erweitert. Dieser zeigt, wie viele Impressionen und Klicks über visuelle Suchwege entstehen. Dazu zählen Google Lens, Circle to Search auf Android, Bild-Uploads in der Google-Suche und die Funktion "Search this image" in Chrome. Den weltweiten Roll-out hat Google am 25. September 2026 bestätigt.
Was der neue Filter konkret zeigt
Den neuen Filter findet man im Performance-Bericht der Search Console. Der Pfad lautet: Search type, dann Web, dann Multimodal. Dort erscheinen Impressionen und Klicks, die über visuelle Sucheinstiege entstanden sind. Die Daten lassen sich exportieren und in anderen Analysetools weiterverarbeiten.
Zur Einordnung: Diese Daten tauchten bisher nirgends auf. John Mueller, Search Advocate bei Google, hat intern geprüft und bestätigt, dass die multimodalen Impressionen zuvor nicht in den normalen Web-Werten enthalten waren. Es handelt sich also nicht um eine Neuaufteilung bekannter Zahlen, sondern um zusätzliche Performance-Daten.
Wer davon profitiert
Online-Shops und bildlastige Websites
Für Shops ist das neue Reporting besonders relevant. Wer Produktfotos veröffentlicht, kann jetzt sehen, ob diese über Google Lens Klicks erzeugen. Das war bisher nicht messbar. Wer wenig in Bild-SEO investiert hat, bekommt nun erstmals Daten, auf deren Basis er entscheiden kann, ob sich das ändert.
Dienstleister mit wenig Bildmaterial
Wer kaum visuelle Inhalte hat, wird im neuen Filter kaum Daten sehen. Das ist ebenfalls eine Information: Sie zeigt, dass dieser Kanal bisher keine Rolle spielt, und hilft beim Priorisieren.
Was der Filter nicht liefert
Wer wissen will, welches konkrete Bild oder welcher visuelle Suchimpuls einen Klick ausgelöst hat, bekommt keine Antwort. Google stellt für multimodale Suchen keine Query-Dimension bereit. Das ist nachvollziehbar: Bei Google Lens oder einem Screenshot gibt es oft keinen klassischen Suchbegriff. Seitenebene ja, Bildebene nein.
Google stellt die multimodalen Daten auch für sogenannte Platform Properties bereit. Das sind Inhalte auf Plattformen wie YouTube, Instagram oder TikTok, die in der Google-Suche erscheinen. Wer Inhalte auf diesen Plattformen veröffentlicht, kann deren visuelle Performance dort ebenfalls auswerten.
Was bedeutet das für kleine Unternehmen?
Wer eine Website mit maximal zwanzig Mitarbeitern betreibt, muss jetzt nicht sofort umstellen. Es lohnt sich aber, den neuen Filter einmalig zu öffnen und die Zahlen zu prüfen. Stehen dort bereits Impressionen, war visuelle Suche schon ein Kanal, der bisher unsichtbar war. Zahlen nahe null sind ein neutraler Befund.
Wer einen Online-Shop betreibt und Produktfotos mit schlechter Qualität oder ohne Alt-Texte veröffentlicht, hat jetzt eine Messbasis, um den Effekt von Verbesserungen zu beobachten. Das war zuvor nicht möglich.
Separat zu beachten: Im September 2025 verzeichneten viele Websites einen Rückgang der Impressionen in der Search Console um bis zu 50 Prozent. Davon waren vor allem E-Commerce-Websites betroffen. Die neuen multimodalen Daten kommen also in einem Umfeld, in dem Impression-Zahlen ohnehin kritisch beobachtet werden.
Fazit
Der neue Multimodal-Filter ist kein Pflichtthema für alle, aber ein sinnvolles Werkzeug für alle, die visuelle Inhalte veröffentlichen. Der erste Schritt ist einfach: Search Console öffnen, Filter setzen, Zahlen lesen. Wer dort Aktivität sieht, hat einen neuen Kanal im Blick. Wer nichts sieht, weiß, wo er steht.


