Google Ads und Analytics: KI analysiert, vergleicht und visualisiert
Google baut seinen KI-Assistenten Ask Advisor aus: Wer Google Ads oder Analytics nutzt, bekommt ab sofort automatische Performance-Übersichten, Wettbewerbsvergleiche und visuelle Dashboards direkt im Tool.

Google hat am 12. August 2026 neue Funktionen für Google Ads und Google Analytics vorgestellt. Kern der Neuerungen ist der Ask Advisor, ein KI-gestützter Assistent, der Nutzern Analyse-Aufgaben abnehmen soll. Betroffen sind automatische Performance-Übersichten, Benchmarking gegen ähnliche Unternehmen und personalisierbare visuelle Dashboards.
Was der Ask Advisor konkret macht
Der Ask Advisor ist seit einigen Monaten in Google Ads, Google Analytics und dem Merchant Center verfügbar. Er beantwortet Fragen zur Marketing-Performance auf Basis der eigenen Kontodaten. Neu ist, dass er jetzt tiefer in beide Plattformen eingebettet wird und mehr Aufgaben selbstständig erledigt.
In Google Analytics erscheinen künftig sogenannte AI Overviews direkt oben auf der Startseite. Sie zeigen, was sich seit dem letzten Login verändert hat: plötzliche Traffic-Einbrüche, ein Anstieg bei Verkäufen oder auffällige Segmentverschiebungen. Nutzer können sich diese Hinweise auch per Push-Benachrichtigung oder E-Mail in selbst gewählten Abständen schicken lassen.
Ein Klick auf eine solche Übersicht führt direkt zum Ask Advisor. Dort kann man per Texteingabe nachfragen, wie eine Entwicklung zustande gekommen sein könnte. Der Assistent liefert eine mögliche Erklärung und schlägt nächste Handlungsschritte vor.
In Google Ads kommen sogenannte Insight-Karten hinzu. Auch sie sind auf das jeweilige Konto zugeschnitten. Über eine Eingabemaske lassen sich aktuelle Trends abfragen oder Informationen zum Wettbewerb abrufen. Die Karten befinden sich aktuell in der Betaphase und sind zunächst nur auf Englisch verfügbar.
Wettbewerbsvergleich: anonymisierte Benchmarks
Neu in Google Analytics ist ein Benchmarking-Feature, das die eigenen Performance-Daten mit anonymisierten Durchschnittswerten ähnlicher Unternehmen vergleicht. Nutzer stellen die Frage direkt an den Ask Advisor, etwa: Wie schneidet meine Performance im Vergleich zu ähnlichen Unternehmen ab?
Der Assistent wertet aus, ordnet ein und gibt zusätzlich mögliche Folgefragen vor. Diese sollen helfen, konkrete Schwachstellen zu identifizieren. Die Vergleichsdaten sind anonymisiert. Wessen Daten genau einfließen, legt Google nicht offen.
Für kleine Unternehmen mit begrenztem Marketingbudget kann das nützlich sein. Wer bisher keine externe Agentur beauftragt hat, hatte selten Zugang zu Branchenbenchmarks. Dieses Feature liefert zumindest eine Orientierung, ob die eigenen Kampagnenwerte im Rahmen liegen oder deutlich abweichen.
Visuelle Dashboards per Texteingabe erstellen
Das dritte neue Feature sind personalisierbare Dashboards für Google Ads und Google Analytics. Nutzer beschreiben per Texteingabe, was sie sehen wollen. Der Ask Advisor verwandelt die gewünschten Datenpunkte in eine visuelle Darstellung.
Das Dashboard zeigt Kennzahlen wie Klickrate, Conversion Rate oder Kosten pro Klick grafisch aufbereitet. Der Assistent liefert dazu eine Echtzeitzusammenfassung mit Erklärungen zu Ursachen und Zusammenhängen.
Die Dashboards starten zunächst in Google Ads. Der Start in Google Analytics soll folgen, ein konkretes Datum hat Google nicht genannt. Auch dieses Feature ist vorerst in der Betaphase und nur auf Englisch verfügbar.
Für Pitches, interne Meetings oder das regelmäßige Reporting kann das relevant sein. Wer bisher Daten manuell aus Analytics zog und in Präsentationen aufbereitet hat, kann diesen Schritt künftig teilweise automatisieren.
Was das für kleine Unternehmen bedeutet
Wer Google Ads oder Analytics nutzt und kein dediziertes Marketing-Team hat, kann von diesen Funktionen profitieren. Automatische Hinweise auf Performance-Veränderungen reduzieren den Aufwand für die tägliche Datenkontrolle. Der Wettbewerbsvergleich gibt eine Einordnung, ohne dass externe Tools nötig sind.
Gleichzeitig gelten klare Einschränkungen. Die neuen Features sind zunächst nur auf Englisch verfügbar. Wer eine deutschsprachige Oberfläche nutzt, muss abwarten. Die Betaphase bedeutet außerdem, dass Funktionen noch nicht stabil sind und sich ändern können.
Wer jetzt handeln will: Prüfen, ob der Ask Advisor im eigenen Google-Ads-Konto oder in Analytics bereits aktiviert ist. Die Insight-Karten und Dashboards erscheinen schrittweise für Nutzer in der Betaversion. Wer auf der Warteliste steht, kann sich über die jeweiligen Hilfe-Center-Seiten von Google informieren.
Fazit
Google macht seine Analyse-Tools selbstständiger. Der Ask Advisor übernimmt Aufgaben, die bisher manuell erledigt oder an Agenturen ausgelagert wurden. Für kleine Unternehmen mit wenig Ressourcen kann das die tägliche Arbeit mit Google Ads und Analytics vereinfachen. Wer die Tools ohnehin nutzt, sollte die neuen Funktionen testen, sobald sie im eigenen Konto verfügbar sind. Wer bisher kein Tracking und keine Kampagnenanalyse betreibt, ändert daran auch ein neues Dashboard nichts.


