HTGF holt Kapital für 150 neue Startup-Investments
Der High-Tech Gründerfonds startet das Fundraising für seinen fünften Seedfonds. First Closing ist für Mitte 2027 geplant, Schwerpunkt liegt auf DeepTech.

Der High-Tech Gründerfonds (HTGF) sammelt Kapital für seine fünfte Fondsgeneration. Der HTGF V soll erneut Bundesmittel mit privatem Kapital aus Industrie und Mittelstand kombinieren. Das First Closing, also der erste formale Abschluss der Kapitaleinwerbung, ist für Mitte 2027 geplant. Über die Fondslaufzeit sind rund 150 Neuinvestments vorgesehen.
Wie der Fonds funktioniert
Das Grundprinzip bleibt gegenüber den Vorgängerfonds unverändert. Die Bundesregierung stellt Mittel aus dem ERP-Sondervermögen bereit. Private Unternehmen beteiligen sich als Fondsinvestoren. Beim Vorgängerfonds HTGF IV sind aktuell 45 Unternehmen aus Industrie und Mittelstand beteiligt. Sie stellen rund ein Drittel des Fondsvolumens. Darunter sind Bosch, SAP, DHL, Evonik und Unternehmen der Schwarz Gruppe.
Ein konkretes Zielvolumen für den HTGF V wurde bislang nicht genannt.
Wer gefördert wird und wie viel
Der HTGF gehört zu den ersten institutionellen Kapitalgebern für junge Technologieunternehmen. Ein Erstinvestment liegt typischerweise zwischen einer und drei Millionen Euro. Das Geld fließt in Startups, die noch keinen oder kaum Umsatz haben.
Der thematische Fokus liegt auf DeepTech und Schlüsseltechnologien: Künstliche Intelligenz, Quantencomputing, Biotechnologie, Clean Energy, neue Materialien und digitale Infrastruktur. Der HTGF begründet das mit der Gefahr, dass technologisches Know-how und wirtschaftliche Wertschöpfung langfristig außerhalb Europas entstehen, wenn frühes Kapital fehlt.
Die Plattform dahinter
Mit dem HTGF V baut der Fonds seine Struktur als Multi-Stage-Plattform weiter aus. Startups können damit in der Frühphase finanziert werden, aber auch in späteren Wachstumsstadien.
Dafür gibt es zwei weitere Vehikel neben dem klassischen Seedfonds. HTGF Opportunity richtet sich an Unternehmen in späteren Wachstumsphasen. Der DeepTech & Climate Fonds konzentriert sich auf kapitalintensive Technologieunternehmen in der frühen Wachstumsphase. Über die gesamte Plattform sind laut HTGF Folgeinvestments von bis zu 60 Millionen Euro möglich.
Was das für Gründerinnen und Gründer bedeutet
Wer ein technologiegetriebenes Startup in Deutschland aufbaut, hat mit dem HTGF V einen weiteren potenziellen Frühphaseninvestor. Besonders relevant ist das für Teams aus den Bereichen KI, Biotech oder Quantencomputing, also Feldern mit langen Entwicklungszeiten und hohem Kapitalbedarf.
Das First Closing ist erst für Mitte 2027 geplant. Erste Investments aus dem neuen Fonds sind frühestens ab diesem Zeitpunkt realistisch. Wer kurzfristig Kapital benötigt, sollte parallel andere Quellen prüfen.
Der HTGF ist nach eigenen Angaben der aktivste Venture-Capital-Investor Deutschlands. Seit seiner Gründung hat er mehrere hundert Startups finanziert. Eine Beteiligung bringt neben dem Kapital auch Zugang zum Netzwerk aus Industriepartnern. Das kann in frühen Phasen relevant sein, wenn erste Kundenbeziehungen oder Entwicklungspartner gesucht werden.
Fazit
Der HTGF V setzt das bestehende Modell fort, mit klarerem Technologiefokus. Für Gründerinnen und Gründer in DeepTech-Feldern ist er ein relevanter Investor, aber kein kurzfristiger. Das Fundraising läuft gerade erst an. Wer jetzt gründet, sollte den Fonds im Blick behalten und mit einem ersten Closing frühestens in zwölf Monaten rechnen.


