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06. August 2026 · Ausgabe 08/26 Immer aktuell
Marketing & Vertrieb

LinkedIn 2026: Warum Likes weniger zählen als Klicks

Wer auf LinkedIn nur Likes zählt, misst das Falsche. Eine neue Studie zeigt, welche Signale den Algorithmus heute wirklich antreiben und warum persönliche Profile Unternehmensseiten klar übertrumpfen.

LinkedIn 2026: Warum Likes weniger zählen als Klicks
Symbolbild zur Meldung. Bild: KI-generiert

Likes auf LinkedIn werden weniger, das Engagement steigt trotzdem. Das klingt widersprüchlich, erklärt sich aber durch eine Verschiebung in der Messlogik der Plattform. Das Analyseunternehmen Metricool hat dazu im Juni 2026 eine Studie veröffentlicht. Grundlage: 673.658 Beiträge von 63.108 Accounts weltweit, erfasst im Januar und Februar 2025 sowie im gleichen Zeitraum 2026.

Was die Zahlen sagen

Likes sind um 13 Prozent zurückgegangen. Kommentare sanken um 17 Prozent, Shares um 10 Prozent. Gleichzeitig stieg das Gesamtengagement um rund 14 Prozent. Der Grund liegt in sogenannten unsichtbaren Interaktionen: Klicks auf Beiträge, Videoaufrufe und das Durchblättern von Karussell-Posts. Diese Aktionen sind für andere Nutzer nicht sichtbar, werden vom Algorithmus aber registriert und bewertet. Für Gründerinnen und Gründer bedeutet das: Ein Beitrag ohne eine einzige Reaktion kann trotzdem gut performen.

Persönliche Profile schlagen Unternehmensseiten deutlich

Ein zentrales Ergebnis der Studie betrifft den Profiltyp. Persönliche Profile erzielen im Schnitt 63 Prozent mehr Engagement als Unternehmensseiten. Bei Kommentaren ist der Unterschied noch größer: bis zu 237 Prozent mehr als auf Firmenprofilen. Besonders ausgeprägt ist dieser Vorsprung bei Accounts mit weniger als 10.000 Followern.

Das hat eine klare praktische Konsequenz. Wer ein junges Unternehmen führt, sollte nicht ausschließlich auf die Unternehmensseite setzen. Das eigene Profil als Gründerin oder Gründer ist der wirksamere Kanal für Gespräche und Vertrauen. Die Unternehmensseite eignet sich eher für die Verbreitung von Inhalten und als Referenzpunkt.

Karussells und Umfragen werden kaum genutzt, performen aber am besten

Die Studie zeigt eine auffällige Lücke zwischen Nutzung und Wirkung. Bilder und Videos dominieren den Content-Mix auf LinkedIn, gehören aber nicht zu den reichweitenstärksten Formaten.

Karussells

Karussell-Posts und Multi-Image-Beiträge erzielen überdurchschnittliche Engagement-Werte, sind im Content-Mix aber unterrepräsentiert. Das ist eine direkte Chance für alle, die mit wenig Budget mehr Sichtbarkeit wollen.

Umfragen

Noch deutlicher ist das Missverhältnis bei Umfragen. Sie machen weniger als ein Prozent aller Beiträge aus, erreichen im Schnitt aber die höchste Reichweite aller Formate. Wer selten postet und trotzdem Wirkung will, sollte Umfragen testen.

Drei Faktoren mit messbarer Wirkung

Die Studie benennt drei inhaltliche Faktoren mit messbaren Auswirkungen. Erstens: Beiträge mit externen Links erzielen 51 Prozent mehr Impressionen und 41 Prozent mehr Interaktionen. Zweitens: Der gezielte Einsatz von Hashtags steigert die Reichweite um 85 Prozent und Interaktionen um 88 Prozent. Drittens: Beiträge mit einer konkreten Frage oder einer klaren Handlungsaufforderung erhöhen die Wahrscheinlichkeit von Kommentaren um bis zu 80 Prozent.

Das sind keine weichen Empfehlungen, sondern Zahlen, die sich mit wenig Aufwand umsetzen lassen.

Timing ist kein Detail

Rund 50 Prozent aller Impressionen entstehen innerhalb der ersten 48 Stunden nach Veröffentlichung. Danach bricht die Reichweite stark ein. Der Veröffentlichungszeitpunkt hat damit direkten Einfluss auf die Performance. Wer einen Beitrag zu einem ungünstigen Zeitpunkt absetzt, verschenkt Reichweite, die sich nicht zurückholen lässt.

Fazit

LinkedIn misst Engagement anders als noch vor einem Jahr. Wer seine Strategie weiterhin an Likes ausrichtet, arbeitet mit den falschen Kennzahlen. Für kleine Unternehmen und Gründerinnen mit begrenztem Zeitbudget ergibt sich daraus eine klare Prioritätenliste: das persönliche Profil aktiv bespielen, Karussells und Umfragen häufiger einsetzen, Hashtags konsequent nutzen und den Veröffentlichungszeitpunkt bewusst wählen. Das erfordert keine Werbebudgets, sondern ein Verständnis dafür, wie die Plattform heute funktioniert.

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