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19. September 2026 · Ausgabe 09/26 Immer aktuell
Förderung & Politik

Forschungszulage: 300.000 Euro für Satelliten-Hardware aus Darmstadt

Das Raumfahrtunternehmen VisionSpace Technologies hat über 300.000 Euro Forschungszulage für die Entwicklung eines eigenen Satellitencomputers erhalten. Das Projekt hat das Geschäftsmodell des Unternehmens grundlegend verändert.

Forschungszulage: 300.000 Euro für Satelliten-Hardware aus Darmstadt
Symbolbild zur Meldung. Bild: KI-generiert

Das Darmstädter Unternehmen VisionSpace Technologies erhält mehr als 300.000 Euro aus der Forschungszulage des Bundes. Das Geld floss in die Entwicklung eines eigenen Onboard-Computers für Satelliten.

Von der Software zur eigenen Hardware

VisionSpace wurde 2011 von Tiago Carvalho und Miguel Lordelo gegründet. Beide haben ihren Hintergrund im Umfeld der Europäischen Weltraumorganisation ESA. Der Firmensitz liegt in Darmstadt, neben dem ESA-Kontrollzentrum ESOC. Weitere Standorte gibt es im portugiesischen Figueira da Foz sowie seit 2024 in Madrid.

Das ursprüngliche Geschäftsmodell war klar umrissen: Software für den Satellitenbetrieb, konkret Mission-Control-Systeme und Simulatoren. Zu den Kunden zählen nach Unternehmensangaben die ESA, EUMETSAT, Telespazio und Starion.

Parallel zum Auftragsgeschäft startete VisionSpace eigene Forschungsprojekte. Eines davon führte das Unternehmen in die Hardwareentwicklung.

Ein Rechner für den Orbit: die technische Herausforderung

Entwickelt wurde ein Onboard-Computer für Satelliten - vereinfacht gesagt eine Platine, die ähnliche Aufgaben wie ein Mainboard auf der Erde übernimmt. Die Bedingungen im Weltall sind jedoch deutlich härter.

Die Hardware muss Strahlung, extremen Temperaturschwankungen und den Vibrationen beim Raketenstart standhalten und über die gesamte Missionsdauer zuverlässig arbeiten. Eine Reparatur im Orbit ist nicht möglich. VisionSpace musste deshalb Hardware und Software gemeinsam entwickeln.

Wie die Forschungszulage funktioniert

Die Forschungszulage ist ein steuerliches Förderinstrument des Bundes. Es steht Unternehmen unabhängig von Branche und Gewinnsituation offen. Das ist für junge Unternehmen relevant: Auch wer noch keine Gewinne schreibt, kann profitieren.

Das Verfahren läuft zweistufig ab. Zuerst prüft die Bescheinigungsstelle Forschungszulage, ob ein Projekt als Forschung und Entwicklung anerkannt wird. Danach setzt das zuständige Finanzamt die steuerliche Förderung fest.

Bei VisionSpace war das Verfahren aufwendig. Entwicklungsarbeiten aus mehreren Jahren mussten voneinander abgegrenzt werden, technische Unsicherheiten dokumentiert und Aufwände belegt werden. Das Unternehmen ließ sich dabei von der auf Forschungszulagen spezialisierten Beratung re:fund unterstützen.

Was das für kleine Unternehmen bedeutet

Der Antrag auf Forschungszulage ist kein Selbstläufer. Wer ihn ohne Vorbereitung stellt, riskiert eine Ablehnung oder eine deutlich niedrigere Förderung. Wichtig ist die saubere Dokumentation der eigenen F&E-Arbeit von Beginn an. Wer das nachrüsten muss, verliert Zeit und Geld.

Kleine Unternehmen mit Forschungsanteilen sollten prüfen, ob ihre laufenden Projekte förderfähig sind. Die Forschungszulage gilt auch für Betriebe mit wenigen Mitarbeitern.

Aus dem Forschungsprojekt entstand ein neues Geschäftsfeld

Die Hardwareentwicklung hatte für VisionSpace eine unerwartete Folge. Bei der Arbeit am Satellitencomputer analysierte das Team die Kommunikationsprotokolle innerhalb von Satelliten und erkannte Ansatzpunkte für zusätzliche Sicherheitsmechanismen.

Daraus entwickelte sich ein eigener Bereich für Cybersecurity im Weltraumsegment. Nach Unternehmensangaben arbeitet VisionSpace in diesem Feld inzwischen mit der Europäischen Kommission und der NATO zusammen.

VisionSpace war ursprünglich ein Softwarehaus. Heute entwickelt das Unternehmen Hardware und berät zu IT-Sicherheit in der Raumfahrt.

Fazit

Ein kleines Technologieunternehmen hat über die Forschungszulage mehr als 300.000 Euro für Produktentwicklung gesichert. Das Instrument ist zugänglich, erfordert aber Vorbereitung und Dokumentation. Wer Forschungs- und Entwicklungsarbeit betreibt und diese nicht fördertechnisch erfasst, lässt Geld liegen.

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