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22. September 2026 · Ausgabe 09/26 Immer aktuell
Finanzierung

DHDL-Deal mit Koralls: Handschlag im TV, Vertrag noch offen

Kaschma Bakhtiar sicherte sich in der Höhle der Löwen Zusagen von zwei Investoren für ihr Haaröl-Startup Koralls. Der Abschluss mit Andreas Herb und Judith Williams steht aber noch aus.

DHDL-Deal mit Koralls: Handschlag im TV, Vertrag noch offen
Symbolbild zur Meldung. Bild: KI-generiert

Der Handschlag in der TV-Show ist kein Vertrag. Das zeigt der Fall Koralls: Kaschma Bakhtiar überzeugte in der 20. Staffel von "Die Höhle der Löwen" mehrere Investoren mit ihrem Haaröl. Andreas Herb und Judith Williams boten gemeinsam 150.000 Euro für 30 Prozent an dem Kölner Startup. Der Deal ist bislang nicht abgeschlossen.

Was hinter dem TV-Angebot steckt

Bakhtiar gründete Koralls nach einer persönlichen Krise. Nach einer Fehlgeburt im Jahr 2020 litt sie unter starkem Haarausfall. Ihr Arzt empfahl Minoxidil-Schaum. Das Mittel enthält den Wirkstoff Vasodilatator und ist für Frauen mit Kinderwunsch nicht geeignet. Bakhtiar suchte eine Alternative und entwickelte ein Haaröl aus 17 Pflanzenölen, darunter Kokos-, Argan- und Rosmarinöl.

Die Rezeptur orientiert sich nach Angaben der Gründerin an traditionellen Schönheitsritualen. Bakhtiar studierte Statistik und Computer Programming, arbeitete danach als Immobilienverwalterin und kündigte ihren Job für das Startup. Seitdem führt sie Koralls als Ein-Frau-Betrieb und übernimmt Verpackung, Kundenservice und Versand selbst.

Bis zur Aufzeichnung erzielte Koralls nach eigenen Angaben einen Umsatz von 320.000 Euro. Der Vertrieb läuft über den eigenen Onlineshop und Instagram, wo die Marke rund 38.000 Follower hat.

Warum der Deal noch nicht steht

Was im Fernsehen wie ein Abschluss wirkt, ist in der Praxis der Startpunkt von Verhandlungen. Nach der Aufzeichnung beginnt die sogenannte Due Diligence: Investoren prüfen Zahlen, Verträge und die rechtliche Lage des Unternehmens. Erst danach wird ein Beteiligungsvertrag aufgesetzt. Das dauert oft Wochen oder Monate. Manche Deals scheitern in dieser Phase.

Bakhtiar hat sich nach der Sendung gegenüber Medien geäußert, der Prozess sei noch nicht abgeschlossen. Konkrete Gründe für die Verzögerung sind nicht bekannt.

Was Investoren an Koralls anzog

Herb, der selbst in Dubai aktiv ist, zeigte besonderes Interesse an Bakhtiars Expansionsplänen. Sie hat den Markt in den Vereinigten Arabischen Emiraten im Blick. Dort trügen viele Frauen Kopftuch und litten ebenfalls unter Haarausfall, so die Gründerin in der Show. Herb sah darin einen konkreten Anknüpfungspunkt für sein Netzwerk.

Judith Williams lobte die aufgebaute Instagram-Reichweite. Herb ergänzte, der Aufbau einer Community über eine Marke ohne Gesicht sei schwierig. "Menschen folgen lieber Menschen", sagte er in der Sendung.

Dagmar Wöhrl stieg dagegen aus. Sie begründete das mit dem fehlenden Team. Ohne Mitarbeitende könne sie als Investorin nicht dauerhaft einspringen.

Was das für Gründerinnen und Gründer bedeutet

Der Fall Koralls zeigt ein strukturelles Problem bei TV-Investments: Der Moment im Rampenlicht ist nicht der Moment der Finanzierung. Wer auf einen DHDL-Deal hofft, plant mit einer Unbekannten. Zwischen Aufzeichnung und tatsächlicher Überweisung vergehen oft viele Monate. Manche Deals kommen nie zustande.

Bakhtiars Fall zeigt zugleich, was ohne externes Kapital möglich ist: 320.000 Euro Umsatz, 38.000 Follower, ein aufgebautes Produkt aus zwei Jahren Arbeit als Ein-Frau-Betrieb.

Fazit

Ein TV-Deal ist keine Finanzierungszusage. Wer plant, sollte den Zeitraum bis zur tatsächlichen Auszahlung einkalkulieren und die Betriebsfähigkeit nicht allein auf eine ausstehende Beteiligung stützen. Bakhtiars Startup läuft weiter, unabhängig davon, ob der Vertrag mit Herb und Williams noch kommt.

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