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06. August 2026 · Ausgabe 08/26 Immer aktuell
Digital & KI

Was Agenturen noch wert sind, wenn KI den Content baut

Social Media läuft bei den meisten B2B-Unternehmen längst intern. KI erledigt Texte und Grafiken in Minuten. Was Agenturen in diesem Umfeld noch leisten können und müssen, zeigt eine aktuelle Studie.

Was Agenturen noch wert sind, wenn KI den Content baut
Symbolbild zur Meldung. Bild: KI-generiert

KI produziert Content, Inhouse-Teams übernehmen die Plattformarbeit, Budgets schrumpfen. Für viele kleine Unternehmen und Startups stellt sich die Frage schon längst nicht mehr, ob sie eine Agentur brauchen, sondern wofür noch. Eine Erhebung aus dem B2B-Bereich liefert dazu konkrete Zahlen.

Die Zahlen hinter dem Trend

Laut der B2B Social Media-Studie 2025/26 steuern über 85 Prozent der befragten Unternehmen ihre Social-Media-Kanäle intern. Nur 6,5 Prozent überlassen Agenturen das Steuer. Gleichzeitig arbeiten über 90 Prozent der Unternehmen mit mindestens einer KI-Funktion, vor allem für Texte, Grafiken und Redaktionsplanung.

Routineaufgaben, für die früher Agenturen bezahlt wurden, erledigen Inhouse-Teams heute selbst, teils mit KI-Unterstützung. Das alte Modell der Agentur als Produktionsdienstleister trägt sich nicht mehr.

Was Agenturen heute noch tun

48,1 Prozent der Unternehmen setzen Agenturen nur noch in Teilbereichen ein. 28,7 Prozent sehen eine starke oder sehr starke Rolle für externe Partner. Bei Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitenden liegt dieser Anteil bei 55,9 Prozent.

Der Schwerpunkt verschiebt sich. Nicht mehr Posting-Produktion steht im Vordergrund, sondern Strategie, Qualitätssicherung und Struktur.

Governance und Regeln für den KI-Einsatz

Wenn KI Texte und Bilder erstellt, braucht ein Unternehmen klare Regeln: Wer prüft? Wer haftet? Was darf veröffentlicht werden? Agenturen helfen dabei, diese Prüfpfade zu definieren und die Verantwortung zwischen Marketing, Rechtsabteilung und Geschäftsführung zu verteilen.

Schulung der internen Teams

KI-Tools sind schnell installiert. Sie sinnvoll einzusetzen, Ergebnisse zu prüfen und Qualität zu sichern, ist eine andere Aufgabe. Agenturen, die intern schulen, ersetzen sich damit nicht selbst. Sie schaffen eine dauerhafte Arbeitsgrundlage für ihre Auftraggeber.

Strategische Einbettung

Social Media soll Leads liefern, Talente ansprechen und Reputation stützen. Das funktioniert nur, wenn Kanäle an Vertriebsziele und Personalstrategie angebunden sind. Diese Verknüpfung herzustellen ist keine KI-Aufgabe. Sie erfordert Urteilsvermögen und Erfahrung.

Was das für kleine Unternehmen bedeutet

Wer ein Unternehmen mit wenigen Mitarbeitenden führt, hat selten Budget für eine Vollbetreuung durch eine Agentur. Das ist auch nicht mehr nötig. KI-Tools senken die Einstiegshürde für eigenen Content erheblich.

Trotzdem lohnt es sich, externe Unterstützung gezielt einzukaufen. Nicht für das tägliche Posting, sondern für die Struktur dahinter. Wer seine Social-Media-Strategie einmal sauber aufsetzen lässt, spart langfristig Zeit und vermeidet teure Fehler bei Haftung und Compliance.

Wer Agenturen beauftragt, sollte das Briefing entsprechend anpassen. Die Frage lautet nicht mehr: Macht uns Inhalte. Die Frage lautet: Helft uns, den Prozess so aufzusetzen, dass wir es dauerhaft selbst können und dabei keine rechtlichen oder qualitativen Fehler machen.

Fazit

Agenturen, die weiterhin nur Texte und Grafiken liefern, verlieren Aufträge an KI-Tools. Agenturen, die Strukturen bauen, Prozesse definieren und Teams befähigen, gewinnen Aufträge hinzu. Für Gründerinnen und Gründer bedeutet das: Agenturbudget gezielt einsetzen, nicht für Produktion, sondern für Aufbau und Qualitätssicherung.

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