Instagram First Draft: Reels-Schnitt per Knopfdruck
Instagram übernimmt den ersten Schnitt bei Reels automatisch. Das spart Zeit, funktioniert aber vorerst nur auf dem iPhone.

Instagram hat ein neues Werkzeug für die Reels-Produktion gestartet: First Draft erstellt aus ausgewählten Videoclips automatisch eine erste Schnittversion. Wer bisher vor dem Aufwand der Videobearbeitung zurückschreckte, bekommt damit einen niedrigschwelligen Einstieg direkt in der App.
Was First Draft konkret macht
Das Feature ist über die Reels-Galerie in der Instagram App erreichbar. Nutzer wählen mehrere Clips aus und tippen auf den First Draft Button. Instagram generiert daraufhin automatisch einen Rohschnitt. Das System entfernt dabei erkennbare Pausen und Leerlauf, etwa Momente, in denen jemand nach Worten sucht.
First Draft greift außerdem auf das bisherige Content-Muster des Accounts zurück. Wer regelmäßig Talking-Head-Videos postet, bekommt einen anderen Erstentwurf als jemand, der schnelle Clip-Montagen veröffentlicht. Instagram passt den Schnitt also an den bestehenden Stil an.
Der erzeugte Entwurf ist kein fertiges Produkt. Jede automatische Anpassung lässt sich rückgängig machen, die vollständige manuelle Bearbeitung bleibt danach wie gewohnt möglich. First Draft ist Einstiegspunkt, kein Ersatz für den eigenen Schnitt.
Wer jetzt Zugang hat und wer warten muss
First Draft steht derzeit nur iOS-Nutzern zur Verfügung. Android-Nutzer müssen auf einen späteren Rollout warten. Zugang gibt es ausschließlich über die Instagram App, nicht über die separate Videobearbeitungs-App Edits.
Es gibt zwei Wege, das Feature zu nutzen: Clips aus der Galerie auswählen und First Draft starten, oder direkt in der App mit der Kamera aufnehmen und anschließend den Button antippen. In beiden Fällen folgt danach die Prüfung, Bearbeitung und Veröffentlichung.
Warum Instagram das einführt
Mehr Nutzer sollen mehr Reels produzieren. Das ist das schlichte Kalkül dahinter. Reels treiben die Verweildauer auf der Plattform, und Verweildauer ist die Grundlage für Werbeeinnahmen. Im zweiten Quartal 2026 lag Metas Werbeumsatz bei über 59 Milliarden US-Dollar. Reels tragen dazu erheblich bei.
Wer wenig Zeit oder wenig Erfahrung mit Videobearbeitung hat, scheute bislang oft den Aufwand. First Draft senkt diese Hürde. Für Instagram bedeutet das mehr Content auf der Plattform, für Unternehmen eine Ausrede weniger, keine Reels zu produzieren.
Was das für kleine Unternehmen bedeutet
Wer ein kleines Team führt und keinen eigenen Social-Media-Verantwortlichen hat, kennt das Problem: Videos schneiden kostet Zeit, die anderswo fehlt. First Draft kann diesen Aufwand verkürzen. Wie stark, hängt vom Rohmaterial und den eigenen Ansprüchen ab.
Das Feature produziert einen Entwurf, keinen fertigen Beitrag. Wer Markensprache, Texteinblendungen oder einen bestimmten Rhythmus braucht, muss nacharbeiten. Der Vorteil liegt im Einstieg, nicht im Abschluss.
Unternehmen, die bereits regelmäßig Reels veröffentlichen, profitieren vom Stil-Matching. Je mehr Material auf dem Account vorhanden ist, desto genauer kann First Draft auf den bestehenden Stil eingehen. Wer gerade erst anfängt, bekommt zunächst einen generischen Schnitt.
Fazit
First Draft reduziert den Aufwand für den ersten Schnitt. Für kleine Unternehmen ohne eigene Videoproduktion kann das darüber entscheiden, ob ein Reel entsteht oder nicht. Wer ein Android-Gerät nutzt, muss abwarten. Wer ein iPhone hat und aktiv auf Instagram postet, kann das Feature sofort testen und prüfen, ob es den eigenen Workflow tatsächlich beschleunigt.


