Google Meet protokolliert jetzt auch Meetings vor Ort automatisch
Googles KI-Assistent Gemini erstellt ab sofort Zusammenfassungen und Aufgabenlisten auch für Präsenztermine. Das Feature steht Workspace-Abonnenten seit dem 11. August 2026 schrittweise zur Verfügung.

Wer in Meetings mitschreibt, hört schlechter zu. Google adressiert dieses Problem mit einer Erweiterung seiner KI-Funktion "Take Notes for me" in Google Meet. Seit dem 11. August 2026 können Teams die Funktion auch bei Präsenzterminen nutzen, nicht nur bei Videokonferenzen. Für kleine Unternehmen und Gründerteams kann das den Alltag messbar vereinfachen, sofern die Voraussetzungen stimmen.
Was die Funktion konkret macht
Ein Teammitglied öffnet Google Meet auf dem Laptop oder Smartphone. Im Interface erscheint eine Schaltfläche mit der Aufschrift "Take Notes". Nach dem Klick läuft die Aufzeichnung im Hintergrund. Gemini transkribiert das gesprochene Wort im Raum.
Nach dem Meeting liefert die KI eine strukturierte Zusammenfassung, eine Liste mit extrahierten Aufgaben und ein vollständiges Transkript. Alle Dokumente landen automatisch in einem Google Doc und werden in Google Drive gespeichert. Die Teilnehmer erhalten den Link per E-Mail.
Wer das Feature nutzen kann
Google richtet sich mit der Funktion an Geschäftskunden. Verfügbar ist sie für Abonnenten der Workspace-Tarife Business Standard und Business Pro. Auch Enterprise Standard und Enterprise Plus sind eingeschlossen. Wer Google Workspace nicht nutzt, braucht ein Abo für Google AI Pro oder Ultra.
Der Rollout läuft gestaffelt. Android-Nutzer hatten ab dem 11. August 2026 Zugriff. Auf Web-Anwendungen wird das Update seit dem 14. August ausgerollt. iOS-Nutzer müssen bis zum 31. August warten.
Was das für kleine Teams bedeutet
Für Gründerteams mit wenigen Personen klingt das nach einem praktischen Werkzeug. Protokolle schreiben kostet Zeit, die in kleinen Unternehmen knapp ist. Wer ohnehin Google Workspace im Einsatz hat, bekommt die Funktion ohne zusätzliche Kosten dazu.
Allerdings gibt es Einschränkungen. Die Aufzeichnung findet im Raum statt, nicht über ein dediziertes Mikrofonsystem. Die Qualität der Transkription hängt von der Akustik ab. In lauten oder hallenden Räumen kann das Ergebnis schlechter ausfallen als erwartet.
Datenschutz nicht vergessen
Wer das Feature einschaltet, zeichnet Gespräche auf und speichert sie in der Google-Cloud. Für interne Teamrunden ist das eine andere Ausgangslage als für Kundengespräche. Wer sensible Inhalte bespricht, etwa mit Investoren, Juristen oder Kunden, sollte vorab prüfen, ob alle Beteiligten mit der Aufzeichnung einverstanden sind. In Deutschland und der EU gilt die DSGVO. Eine Einwilligung der Gesprächsteilnehmer ist in der Regel erforderlich.
Abonnement prüfen, bevor man loslegt
Wer Google Workspace im günstigen Business Starter-Tarif nutzt, ist von der Funktion ausgeschlossen. Erst ab Business Standard ist sie verfügbar. Wer sich nicht sicher ist, welchen Tarif das eigene Unternehmen hat, findet diese Information in der Google Workspace Admin-Konsole.
Fazit
Googles Erweiterung von "Take Notes for me" auf Präsenzmeetings ist eine sinnvolle Ergänzung für Teams, die ohnehin in der Google-Welt arbeiten. Der Nutzen ist konkret: weniger Aufwand für Protokolle, mehr Fokus im Gespräch. Wer jedoch keinen passenden Workspace-Tarif hat oder regelmäßig vertrauliche Gespräche führt, muss die Funktion vor dem Einsatz nüchtern bewerten. Die Technik löst kein Datenschutzproblem, sie schafft eines, wenn man nicht aufpasst.


