Adobe bringt Photoshop & Co. direkt in den ChatGPT-Chat
Adobe hat ein Plugin für ChatGPT veröffentlicht, das mehr als 70 Werkzeuge aus Photoshop, Illustrator, Firefly und anderen Anwendungen direkt im Chat verfügbar macht. Für kleine Unternehmen bedeutet das: weniger Umwege beim Erstellen von Grafiken, PDFs und Social-Media-Inhalten.

Adobe hat ein Plugin für ChatGPT gestartet. Es bringt mehr als 70 Kreativwerkzeuge aus Anwendungen wie Photoshop, Illustrator, Firefly, Premiere, Express, Acrobat und InDesign direkt in den Chat. Wer bisher zwischen verschiedenen Programmen wechselte, kann bestimmte Aufgaben nun in einem einzigen Interface erledigen.
Was das Plugin konkret kann
Nutzer können auf Basis von Daten und Tabellen formatierte PDF-Dokumente erstellen lassen. Mehrere Bilder lassen sich auf einen einheitlichen Stil bringen, etwa für eine Werbekampagne. Lange Videos können für Social-Media-Plattformen wie Instagram oder YouTube aufbereitet werden.
Adobe stellt über das Plugin auch vorgefertigte Design-Templates bereit. Das ähnelt dem Ansatz von Canva, das seit einiger Zeit ein eigenes Plugin für ChatGPT anbietet.
ChatGPT entscheidet dabei selbst, welches der mehr als 70 Werkzeuge für eine Anfrage am besten geeignet ist. Das Sprachmodell von OpenAI vermittelt zwischen Nutzeranfrage und dem Backend von Adobe.
Wer das Plugin nutzen kann und was es kostet
Das Plugin lässt sich in ChatGPT unter den Plugin-Einstellungen aktivieren. Anschließend meldet man sich mit einem Adobe-Konto an. Ein Gastkonto reicht für den Einstieg, schränkt aber den Funktionsumfang stark ein.
Den vollen Zugriff erhalten nur Nutzer mit einem kostenpflichtigen Adobe-Abo. Diese bekommen zusätzlich Zugang zum Cloud-Speicher von Adobe. Die Abopreise für Adobe-Einzelprodukte und die Creative Cloud variieren je nach Paket und beginnen bei rund 25 Euro pro Monat.
Aktiviert wird das Plugin über die Eingabe von "@Adobe" im Chat-Fenster, gefolgt vom jeweiligen Auftrag.
Was das Plugin nicht ersetzt
Adobe selbst stellt klar: Das Plugin soll die Desktop-Anwendungen nicht ersetzen. Es ist für schnelle Anpassungen gedacht, nicht für komplexe Produktionen. Wer tiefergehend arbeiten will, soll weiterhin Photoshop, InDesign oder Premiere direkt öffnen.
Im Chat begonnene Projekte lassen sich in die entsprechenden Desktop-Apps exportieren und dort weiterbearbeiten. Adobe sieht das Plugin als Ergänzung des Workflows, nicht als Ersatz.
Was das für kleine Unternehmen bedeutet
Für Gründerinnen und Gründer, die bereits ein Adobe-Abo zahlen, entsteht kein zusätzlicher Kostenpunkt. Das Plugin ist eine weitere Oberfläche für vorhandene Funktionen. Wer bisher kein Adobe-Abo hat und nur gelegentlich Grafiken oder PDFs braucht, sollte den Mehrwert nüchtern einschätzen: Ein kostenpflichtiges Abo allein für das Plugin lohnt sich nur, wenn die Werkzeuge regelmäßig gebraucht werden.
Der praktische Vorteil liegt in der Zeitersparnis. Statt zwischen Browser, Designprogramm und PDF-Tool zu wechseln, lassen sich einfachere Aufgaben direkt im Chat erledigen. Das spart Klicks, nicht zwingend Geld.
Fazit
Adobe integriert seine Kreativwerkzeuge in ChatGPT und schafft damit eine neue Arbeitsebene für Nutzer, die ohnehin beide Dienste verwenden. Für Selbstständige und kleine Teams mit bestehendem Adobe-Abo ist das Plugin ein Zusatz ohne Aufpreis. Wer bisher ohne Adobe auskommt, bekommt durch das Plugin allein noch keinen ausreichenden Grund, ein Abo abzuschließen. Den Funktionsumfang sollte man anhand konkreter Alltagsaufgaben prüfen, bevor man sich finanziell bindet.


