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01. Oktober 2026 · Ausgabe 10/26 Immer aktuell
Finanzierung

Reverion sichert 154 Mio. Euro für Brennstoffzellen-Fabrik mit 800 Stellen

Das bayerische Startup Reverion hat eine Finanzierungsrunde über 154 Millionen Euro abgeschlossen und will damit eine Großserienfertigung für Brennstoffzellen-Kraftwerke aufbauen. Standort ist noch offen, der Fokus liegt auf Europa.

Reverion sichert 154 Mio. Euro für Brennstoffzellen-Fabrik mit 800 Stellen
Symbolbild zur Meldung. Bild: KI-generiert

Das Startup Reverion aus dem oberbayerischen Eresing hat 175 Millionen US-Dollar eingesammelt, umgerechnet rund 154 Millionen Euro. Das Kapital kommt unter anderem vom Deeptech- und Klimafonds Kembara, von der Allianz, KfW Capital, Aurum Impact und Carbon Equity. Reverion will damit eine neue Fabrik bauen und 800 Arbeitsplätze schaffen.

Was Reverion herstellt

Reverion baut Kraftwerke auf Basis von Hochtemperatur-Brennstoffzellen. Die Anlage ist ungefähr so groß wie ein Container und erzeugt aus Gas Strom ohne Verbrennung. Der Wirkungsgrad liegt laut Unternehmensangaben bei 74,2 Prozent, also landet fast drei Viertel der Energie aus dem Gas als Strom. Herkömmliche Gaskraftwerke erreichen deutlich niedrigere Werte.

Die Technologie geht auf Forschung der TU München zurück. Reverion bezeichnet die Anlage als das effizienteste thermische Kraftwerk, das derzeit existiert.

Bidirektionaler Betrieb als technisches Alleinstellungsmerkmal

Die Brennstoffzelle von Reverion arbeitet in beide Richtungen: Sie wandelt Gas in Strom um, kann aber auch Strom in Gas zurückwandeln. Das ist für Netzbetreiber relevant. Bei viel Wind oder Sonne gibt es oft mehr Strom als gebraucht wird. Diesen Überschuss kann Reverions Anlage als Gas speichern, was sie zur Alternative zu Batteriespeichern macht.

Standort noch nicht entschieden

Wo die neue Fabrik entsteht, steht noch nicht fest. CEO Stephan Herrmann nennt die Kriterien: Fachkräfte vor Ort, gute Infrastruktur, Strom- und Gasanschluss sowie mindestens 100.000 Quadratmeter Fläche, davon 30.000 für Gebäude. Deutschland ist wahrscheinlich, aber nicht gesetzt. Der Standort soll nicht weit vom Firmensitz bei München entfernt sein. Produktion außerhalb Europas plant Reverion derzeit nicht.

In Eresing wird bereits in kleinerem Maßstab produziert. Die neue Fabrik soll die Kapazität deutlich ausweiten.

Gesucht werden Monteure, Schweißer, Elektriker

Reverion legt den Fokus auf gewerbliche Fachkräfte: Monteure, Schweißer, Elektriker und Verwaltungskräfte. Das Unternehmen hat dafür eine HR-Stelle ausgeschrieben, die gezielt auf die Ansprache dieser Berufsgruppen ausgerichtet ist. Herrmann nennt als Ziel eine ausgewogene Altersstruktur, bei der erfahrene Fachkräfte und jüngere Talente sich ergänzen sollen.

Der Einstellungsprozess ist öffentlich dokumentiert. Bewerber können sich den Ablauf vorab ansehen. Ein Schritt sieht explizit einen Besuch vor Ort vor. Einen Dresscode gibt es laut Reverion nicht.

Warum nur eine Fabrik

Die Frage liegt nahe: Warum baut Reverion nicht mehrere Werke gleichzeitig? Herrmann erklärt das nüchtern. Eine Verzehnfachung der Produktion braucht nicht nur Kapital, sondern auch operative Strukturen. Beides muss parallel aufgebaut werden. Eine Fabrik zuerst ist also keine Bescheidenheit, sondern Kontrolle über das Wachstumstempo.

Reverion hat mit dieser Runde die Grundlage für die Serienfertigung gelegt.

Was das für Gründer bedeutet

Reverion zeigt, wie Deeptech-Finanzierung typischerweise abläuft: erst Forschung, dann Prototyp, dann skalierbare Produktion. Jede Phase braucht eigenes Kapital. Die Series B finanziert die Fabrik, nicht das Produkt. Das Produkt ist längst fertig.

Für Gründer in der Frühphase ist das eine nüchterne Erinnerung: Auch mit ausgereifter Technologie braucht man mehrere Runden, bis Großserienfertigung möglich ist. Wer Investoren mit Energiebezug sucht, kann sich an Fonds wie Kembara oder KfW Capital orientieren. Beide sind mit dieser Runde öffentlich als aktive Investoren in diesem Bereich sichtbar.

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